Eine Plastiktüte auf dem Kopf oder über Nachhaltigkeit im Bad

Gestern war ich bei der Friseurin um die Ecke meine Haare schneiden. Aufgrund von Corona bieten sie dort keine Trockenhaarschnitte an und so musste ich mir den Kopf mit den vorhandenen Shampoos waschen lassen. Meine Haare fühlen sich jetzt an, als ob ich eine Plastiktüte drüber gestülpt hätte… Wie ich solch ein Gefühl normaler Weise vermeide und was ich noch so für Nachhaltigkeit im Bad mache berichte ich in diesem Artikel.

Für die Haare

Seit ca einem Monat wasche ich mir die Haare mit Wascherde, auch Ghassoul genannt. Dies ist wie der Name vermuten lässt eine Erde, mit der sich Körper und Haare waschen lassen. Ghassoul ist in Papier- oder Kartonpackungen erhältlich – im Bioladen oder Reformhaus und verzichtet damit auf unnötiges Plastik. Vor dem Duschen muss die Erde mit Wasser angerührt werden, am besten ist es diese vorzubereiten und eine Zeit stehen zu lassen, da dann ein festerer Brei wird. Ich persönlich mag es mehr, wenn die Wascherde etwas fester ist, oft gelingt das jedoch nicht und so kippe ich mir dann das Kaltwasser-Erde-Gemisch beim Duschen über den Kopf. Sicherlich hast du auch schon von der „No-Poo“ Methode des Haarewaschens gehört. Dabei wird oft Roggenmehl empfohlen, Wascherde ist aber auch möglich. Die Erde wird dann in den nassen Haaren verteilt und etwas eingerieben – so habe ich zudem noch einen Peeling-Effekt für die Kopfhaut. Nach gleichmäßiger Verteilung wasche ich sie aus und wiederhole den Vorgang um wirklich all den Dreck der Stadt-Luft aus dem Haar zu entfernen. Abschließend gehe ich dann noch mit der Duschbrause über die Wände und die Wanne, da natürlich Erdreste verspritzen. Der Vorteil im Vergleich zu Seife und Shampoo ist: einmal Wasser reicht meist zum Renigen aus, eventuell muss noch mal mit der Hand drüber gegangen werden. Nach den rund vier Wochen „No-Poo“ ist mein Fazit positiv. Meine Haare hängen nicht mehr, sondern haben erstmals natürliches Volumen. Da stellt sich mir die Frage, ob alle bisherigen Shampoos überhaupt für mein Haar geeignet waren. Ein kleiner Wehrmutstropfen ist, dass die Spitzen jedoch sehr trocken zurück bleiben. Hier muss ich überlegen, ob ich entweder seltener Wasche oder ab und an mal eine Kur mit Kokosöl oder ähnlichem mache.

Ghassoul wir bei uns im Glas angemischt und steht im Waschregal der Badewanne.
+++ Unbezahlte Werbung, da Marke erkennbar +++

Shampoos in Plastikflaschen kaufe ich übrigens schon länger nicht mehr – diese unnötige Umweltverschmutzung wollte ich nicht mehr unterstützen. Falls du dich nicht direkt an die No-Poo-Methode heran traust oder sie ausprobiert und für ungeeignet befunden hast, kannst du zwischen diversen Shampoo-Bars wählen und damit das Haar waschen. Ich finde diese halten lange und sind somit ihr Geld wert.

Für den Körper

Für meine Haut benutze ich auch aus Gründen der Nachhaltigkeit nur noch Seifenstücke. Zwar könnte ich auch Ghassoul nehmen, da fehlt mir jedoch der angenehme Duft. Absurder Weise gibt es seit kurzem auch Dusch-Stücke, die das Duschgel in der Plastikflasche ersetzen sollen, obwohl dies auch nichts anderes als Seife ist… Ein schöner Marketing-Trick eben. Also, in der Dusche kann die selbe Seife wie am Waschbecken für die Hände verwendet werden.

Ansonsten halte ich persönlich die meisten kosmetischen Produkte für unnötig. Am sinnvollsten ist es in meinen Augen möglichst wenig Zeug auf Haut und Haar zu schmieren. Ich nutze daher eher selten Make-Up und keinerlei Haarspray oder -gel. Das spart Geld und Zeit, ist oben drauf noch umweltfreundlicher und es werden auch nicht groß Pflegeprodukte wie Cremes oder Reiniger benötigt. Denn eigentlich ist unsere Haut selbst sehr gut darin sich zu pflegen und benötigt nur durch das viele Waschen und Poren-Verkleben durch Kosmetik besondere Zusatzpflege. Ich selbst habe daher nur eine Gesichtscreme, ansonsten pflege ich bei trockener Haut auch mit Ölen. Hier gibt es jedoch so viele Typ-Unterschiede, dass ich keine allgemeinen Tipps geben möchte.

Im Bad allgemein

Bei uns gibt es Recycling-Papier und als neue Anschaffung eine Po-Dusche von Happy Po – leider aus Plastik.
+++ Unbezahlte Werbung, da Namensnennung +++

Über diese Produkte für Haut und Haar hinaus haben wir im Bad schon lange einige Umstellungen auf Nachhaltigkeit vorgenommen. So vermeide ich Plastik so gut es geht und habe eine Klobrille aus Bambus. Auch unsere Klobürste ist aus Holz und die Seifenschale und der Zahnputzbecher sind aus Glas. Darüber hinaus putze ich fast nur noch mit selbstgemachten Putzmitteln: verdünnte Essigessenz als Allzweckreiniger bzw. in Kombination mit Natron als eine Art Scheuermilch. Da leider das Toilettenrohr bei unserem Haus eigentlich durch die Hausverwaltung ausgetauscht werden müsste bevorzuge ich für das Klo einen abgefüllten Reniger aus dem Unverpacktladen – der überdeckt den Rohr-Gestank etwas besser. Wobei ich an dieser Stelle nochmal hervorheben will, dass Klosteine ein absolutes No-Go sind: Sie gaukeln Sauberkeit vor und sind zudem aufgrund ihrer Inhaltsstoffe umwelt- und gesundheitsschädlich. Das Einatmen der Duftstoffe kann endokrine Diskruptionen (hormonelle Auswirkungen) nach sich ziehen – also ab in die Tonne damit!

Ansonsten haben wir auch schon lange keine Wattepads mehr – ein Lappen oder wiederverwendbare Pads sind kostengünstiger, funktionieren genauso gut und machen keinen Müll. Darüber hinaus nutzen wir Bambus-Zahnbürsten und eine Zahnpasta aus einem Glas ohne Plastikring. Alternativ gibt es auch Zahnputz-Tabletten, bei mir hinterließen diese jedoch immer unschöne Verfärbungen vom Tee. Hier empfehle ich einfach auszutesten, was am besten für einen selbst funktioniert. Und zu guter letzt sind wir auch schon lange auf Papier-Wattestäbchen umgestiegen. Diese werden selten benutzt, sind jedoch für manche Zwecke eben doch nützlich.

Unsere Zahnpasta ist im Glas und dies wiederum in einem kleinen Karton – alles ohne Plastik.
+++ Unbezahlte Werbung, da Marke erkennbar +++

Habe ich noch etwas im Bad vergessen, was dich interessieren würde? Wo bist du beim Thema Nachhaltigkeit im Badezimmer angelangt? Schreib mir gerne einen Kommentar.

Ach ja, zum Rasieren nutze ich einen sogenannten Rasierhobel und bin sehr zufrieden – die Angst vor Schnitten halte ich für unnötig.

Der Beitragsbildvektor wurde durch Freepik entwickelt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.