Sinn und Unsinn von Nahrungsergänzung

Da ich nun seit bald 2 Jahren vegan lebe, werde ich immer mal wieder auf das Thema Nahrungsergänzungsmittel angesprochen. In diesem kurzen Artikel philosophiere ich über den Sinn und Unsinn solcher Präparate. [Re-Post vom Juli 2019]

Nahrungsergänzungs-Skeptiker_innen und –Befürworter_innen

Wie ich bereits im meinem Artikel „Vegan Klischee – Vitamin B12“ erläutert habe, nehme ich dieses Vitamin in Form eines Nahrungsergänzungsmittels. Dies ist bei einer veganen Ernährung wichtig, da sonst eine ausreichende Versorgung nicht gesichert werden kann. Manche Menschen, nehmen diese Information als Anlass meine Ernährungsweise zu kritisieren. Dabei ist diesen Personen nicht klar, dass auch das B12 aus tierlichen Lebensmitteln zum größten Teil aus Ergänzungsmitteln stammt. Denn in der Landwirtschaft wird das Futter seit langem mit Zusatzstoffen angereichert[1]. Neben den Nahrungsergänzungs-Skeptiker_innen gibt es aber auch immer wieder Personen, die mir erzählen, was sie nicht alles zusätzlich zu ihrem Essen einnehmen – Vitamin D, Kurkuma, Omega 3 etc.

Die Notwendigkeit von Ergänzungen der Nahrung

Doch sind diese Ergänzungen wirklich notwendig? Das Bundesinstitut für Risikobewertung schreibt dazu:

„Normalerweise sind sie überflüssig, nur in bestimmten Situationen kann es sinnvoll sein, Nahrungsergänzungsmittel mit bestimmten Nährstoffen zu sich zu nehmen.“

Dabei warnt es diese Tabletten, Dragees und Pulver mit Arzneimitteln zu verwechseln und nicht über zu dosieren.[2]

So ist B12 beispielsweise ein wasserlösliches Vitamin, das bei einer zu hohen Dosis üblicher Weise über den Urin ausgeschieden wird. Bei hohen Dosierungen (üblicher Weise bei Spritzen) ist zudem eine Ausscheidung der Nährstoffe über die Haut möglich. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass ich bei einer sehr hohen B12-Dosierung Pickelchen im Gesicht bekomme. Dies scheint eine Entgiftungsreaktion zu sein, die jedoch durch eine geringer Dosierung und größere Abstände zwischen der Einnahme gut reguliert werden kann, ohne einen B12-Mangel zu erzeugen. An sich ist die Aufnahme dieser wasserlöslichen Nährstoffe jedoch unproblematisch. Andere, nicht wasserlösliche Präparate können jedoch bei einer zu hohen Dosis Schäden verursachen. So kann beispielsweise eine Selen-Überdosierung Vergiftungserscheinungen hervorrufen.[3]

Supplementierung ja oder nein?

Ich denke eine Supplementierung auf einen reinen Verdacht hin ist selten sinnvoll und kann zum einen ein Gesundheitsrisiko bergen und zum anderen unnötig teuer sein. Sollte man einen Mangelverdacht haben, der sich nicht auf ein wasserlösliches Vitamin[4] bezieht, halte ich einen Labortest (über Blut oder Urin) für sinnvoll.

Der Beitragsbildvektor wurde durch Freepik entwickelt


[1] https://www.tagesschau.de/inland/futtermittel102.html

[2] https://www.bfr.bund.de/de/gesundheitliche_bewertung_von_nahrungsergaenzungsmitteln-945.html

[3] https://nebenwirkungen.biz/2015/03/09/selen-ueberdosierung-richtwerte-beachten-und-nebenwirkungen-vermeiden/

[4] https://nebenwirkungen.biz/2015/03/09/selen-ueberdosierung-richtwerte-beachten-und-nebenwirkungen-vermeiden/

2 Replies to “Sinn und Unsinn von Nahrungsergänzung

    1. Hallo Conny. Es freut mich, dass du meinen Blog gefunden hast.
      Wie regelmäßig sind denn bei dir die Bluttests? Ich höre von vielen einmal im Jahr, habe aber gelesen, dass das unnötig sei und alle drei Jahre reichen würden, da sich Mängel gar nicht so schnell bemerkbar machen würden.
      Liebe Grüße
      Mara

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