Flugscham vs. Zugstolz

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Ich habe vor kurzem eine sehr interessante Folge des Podcasts Planet A zum Thema Flugscham gehört, in dem u.a. der Klimaforscher Volker Quaschning interviewt wurde. Besonders interessant fand ich dabei, dass in den Diskussionen um das Recht auf Fliegen oft außen vor gelassen wird, dass die Treibhausgaswirkung von Flugzeugen aufgrund ihrer Flughöhe 2-5 mal stärker ist, als die alleinige Wirkung des CO2-Ausstoßes. Doch was genau hat es mit dem Klimaschaden vom Fliegen auf sich?

Warum Fliegen so schädlich für das Klima ist[1]

Laut Umweltbundesamt ist Fliegen die klimaschädlichste Art sich fortzubewegen.

„Ein Flug von Deutschland auf die Malediven und zurück […] verursacht pro Person eine Klimawirkung von über fünf Tonnen CO2. Mit einem Mittelklassewagen können Sie dafür mehr als 25.000 km fahren  […].“
Umweltbundesamt

Doch auch insbesondere die oben bereits erwähnte tatsächliche Klimawirksamkeit von Flugreisen sollte nicht außer Acht gelassen werden. Denn bei der Verbrennung von Kerosin entstehenden auch andere Substanzen wie Stickoxide, Aerosole und Wasserdampf, die wiederum zur Erwärmung der Erdatmosphäre beitragen. Diese Stoffe wirken sich in den Höhen von Flugzeugen durch den nur langsamen Abbau stärker aus, als am Boden und vergrößern den Treibhauseffekt entsprechend. Wer es genauer wissen will:

„Stickoxide bauen unter der Sonneneinstrahlung Ozon auf, das in Reiseflughöhe als starkes Treibhausgas wirkt. Der Ausstoß von Aerosolen (Partikeln) und von Wasserdampf führt zu einer Veränderung der natürlichen Wolkenbildung. Diese verschiedenen Effekte summieren sich derart, dass die Treibhauswirkung des Fliegens im Durchschnitt etwa zwei- bis fünfmal höher ist als die alleinige Wirkung des ausgestoßenen CO2.“
Umweltbundesamt

Warum Fliegen darüber hinaus Mensch und Umwelt schadet[2]

Auswirkungen auf unsere Gesundheit

Unser Luftverkehr belastet nicht nur das globale Klima sondern hat auch lokale Auswirkungen. So leiden fast 40% der deutschen Bevölkerung unter Fluglärm. Ich selbst bin auch davon betroffen. Dieser Lärm erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Herzinfarkt. Bei Kindern im Umkreis von Flughäfen wurden Konzentrations- und Lernschwierigkeiten festgestellt. Ich selbst kann aufgrund der Nähe zum Flughafen beispielsweise nur mit Hörschutz schlafen – das Nachtflugverbot wird nämlich nicht selten gebrochen und ist zudem noch sehr kurz. Zudem verschlechtert sich die Luftqualität des Gebiets um einen Flughafen durch den Ausstoß von z.B. Stickoxiden.

Weitere Auswirkungen auf unsere Umwelt

Neben der klimaschädlichen Wirkung des Fliegens selbst, ist auch der Betrieb des Flughafens selbst sehr energieaufwändig. Zudem benötigen die Flugzeuge zum Starten und Landen viel Platz. Diese Flächen müssen versiegelt werden und stehen keinen anderen Zwecken mehr zur Verfügung.

Also noch mehr Flugscham?

Leider scheint die Wirkung dieses Begriffs sehr gering zu sein – der Flugverkehr in Schweden ist damit gerade mal um 3%[3] zurückgegangen und in Deutschland werden sogar im Gegenteil Zuwächse von insgesamt 1,4%[4] verzeichnet. Die negative Ansprache könnte eventuell eine Trotzreaktion hervorrufen. Daher finde ich den Gedanken des Zugstolz‚ toll. Einfach mal sich selbst für’s Bahnfahren feiern und die Flieger links liegen lassen.

Und wer jetzt der Meinung ist, mit der Bahn könnte man nur „langweilige“ Ziele erreichen kann sich hier von den tollen Möglichkeiten überzeugen lassen.

Der Beitragsbildvektor wurde durch Freepik entwickelt


[1] https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/mobilitaet/flugreisen#textpart-2

[2] https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/mobilitaet/flugreisen#textpart-2

[3] https://www.morgenpost.de/berlin/article223377719/Wir-muessen-radikal-anders-leben.html

[4] https://www.dfs.de/dfs_homepage/de/Presse/Pressemitteilungen/2018/05.07.2018.-%20Luftverkehr%20erreicht%20Rekordniveau/

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