Die Öko-Challenge – Energie

Wer sich mit einer nachhaltigeren Lebensweise in unserer industriellen Welt beschäftigt, wird sich immer wieder fragen, wie sie_er es eigentlich richtig machen kann. In dieser Öko-Challenge-Reihe möchte ich ein paar kleine Tipps geben, die ich mit der Zeit für mich entdeckt habe. Dabei handelt es sich nicht um große Neuigkeiten, sondern einfache Handlungsmöglichkeiten für ein umweltbewussteres Leben. Heute geht es weiter mit dem Thema Energie.

Das Problem mit dem Energieverbrauch

Zu viel CO2

In den letzten 200 Jahren haben Industrienationen wie Deutschland unglaublich viel CO2 durch Kraftwerke, Fabriken, Autos und Flugzeuge in die Erdatmosphäre gestoßen. CO2 ist ein sogenanntes Treibhausgas, welches bei einer erhöhten Konzentration in der Atmosphäre zur globalen Erderwärmung beiträgt. Im Jahr 2016 wurde für Deutschland ein Verbrauch von 8,88 Tonnen CO2 pro Kopf berechnet[1]. Damit waren wir auf Platz 24 der weltweiten Länderliste. Obwohl beim Ausstoß des Treibhausgases ein Rückgang zu beobachten ist, ist dies immer noch nicht genug, um die gesteckten Klimaziele zu erreichen. So zeigt sich im „Climate Action Tracker“, dass die bisherigen Klimabemühungen Deutschlands  mangelhaft sind und das 2°C-Ziel damit nicht erreicht werden kann.[2]

Was tun gegen den CO2-Ausstoß?

Ökostrom

Dass Ökostrom besser für die Umwelt ist, ist für vermutlich niemanden eine Neuheit. Trotzdem ist es uns in Deutschland immer noch selbst überlassen, ob wir die schädigende Variante wählen wollen. So betrug der Anteil von Ökostrom im Jahr 2018 zwar 40,4%, was aber immer noch nicht ausreichend ist.[3]

Ist Ökostrom denn wirklich gleich Ökostrom?

In Deutschland gibt es kein eigenes Stromnetz für Ökostrom, das heißt alle Stromanbieter speisen ihren Strom in das gleiche Netz ein und bei uns in der Steckdose kommt immer eine Mischung heraus. Wählen wir jedoch einen Ökostrom-Tarif, senden wir das Signal, dass unsere Beiträge für die Gewinnung erneuerbarer Energien verwendet werden sollen. Bei der Wahl des Anbieters sollte man jedoch darauf achten, dass es sich tatsächlich um einen 100%-Ökostrom-Tarif handelt und man nicht das Betreiben alter, ineffizienter Wasserkraftwerke finanziert. Auf Utopia kann man beispielsweise die besten Anbieter miteinander vergleichen.

Energie sparen

Der Wechsel zu Ökostrom sollte einen jedoch nicht dazu verleiten nun großzügig Strom zu verbrauchen, da dieser ja jetzt „aus sauberen Quellen“ kommt. Stromsparen hilft prinzipiell der Umwelt und dem eigenen Portemonnaie. Mehr dazu habe ich im Artikel „Strom sparen – gewusst wie“ berichtet. An dieser Stelle daher nur ein paar kurze Tipps:

  • Energiesparlampen nutzen und beim Verlassen des Raumes das Licht ausschalten.
  • Energieeffiziente Großgeräte wie Kühlschrank und Waschmaschine nutzen. Die App „ecoGator“ kann einem z.B. bei der Wahl eines passenden Geräts helfen.
  • Die Waschmaschine immer voll beladen und normale Wäsche auf 30°, Kochwäsche wie Handtücher und Unterwäsche bei 60° waschen. Zudem sollte man die Dosierungsvorgaben des Waschmittelherstellers beachten um nicht mit zu viel Reiniger den Waschgang unnötig zu verlängern.
  • Wäschetrockner wenn möglich vermeiden – hier ist die Wäscheleine angesagt! Sollten die Lebensumstände das langsame Trocknen nicht erlauben, auch hier auf eine voll Beladung achten und die Wäsche vorher in der Waschmaschine stark schleudern, um die Trockenzeit zu verringern. Bei einem Neukauf sollte man ein Gerät mit Feuchtigkeitssensor wählen, da das Gerät nach Erreichen der Trockenstufe automatisch abschaltet.
  • Gefrierschränke regelmäßig abtauen (wenn sich eine Eisschicht gebildet hat), immer nur kurz öffnen, in einer kühlen Umgebung unterbringen und nur auf -18° stellen – mehr ist nicht notwendig.
  • Kühlschränke sollten ebenfalls an einem kühlen Ort stehen, nur kurz geöffnet werden, die Dichtung regelmäßig auf geeignete Schließung geprüft werden, regelmäßig abgetaut werden und immer gut gefüllt sein – um möglichst wenig Energie für das Kühlen von Leerräumen zu verwenden. Zudem reicht beim Kühlschrank eine Temperatur von 7°C. Gekochte Essensreste sind immer außerhalb des Geräts abzukühlen, bevor man sie in den Kühlschrank stellt.
  • Energie beim Kochen und Backen spart man, indem man Deckel benutzt, die Nachwärme beim E-Herd und -Backofen einkalkuliert, den Backofen nicht vorheizt, für die Platten passendes Kochgeschirr benutzt und beim Kochen von Kartoffeln und Gemüse nur die wirklich benötigte Menge an Wasser einsetzt. Außerdem kann das Ausweichen auf Wasserkocher, Toaster und Mikrowelle (falls eh schon vorhanden) manchmal sinnvoll sein um weniger Strom zu verbrauchen.
  • Der Geschirrspüler sollte wie die Waschmaschine auch nur voll beladen und im Energiesparprogramm benutzt werden. Auch hier ist die Dosierung des Reinigers wichtig und richtet sich nach dem Härtegrad des Leitungswassers (Infos zum Wasser in Berlin findest du hier).
  • Kein Stand-Bye – dieser verbraucht nämlich ständig Strom. Um Geräte jederzeit vom Strom zu nehmen, lohnt sich das Zwischenschalten von Steckdosenleisten mit Kippschalter. Diese sollten insbesondere für Computer, Monitore, Fernseher, Drucker und Kaffeevollautomaten genutzt werden. Wichtig hierbei – den Schalter am Ende der Nutzung auch umlegen.

Neben dem Sparen von Strom ist es auch wichtig den Verbrauch anderer Energiequellen so gut wie möglich zu reduzieren. Daher hier weitere Energiespar-Tipps:

  • Richtig heizen – durch niedrigere Temperaturen, gute Abdichtung von Türen und Fenstern, Stoßlüften statt Fenster auf Kipp, gute Außenwandisolierungen und Aus- bzw. Herunterschalten der Heizung bei Abwesenheit und in der Nacht.
  • Kein Autofahren. Ein Jahr Autofahren verursacht bei durchschnittlicher Fahrzeuggröße und Kilometerleistung 2000 kg CO2. Ein guter Grund auf den Individualverkehr zu verzichten und auf Bus und Bahn umzusteigen. Kurzstrecken lassen sich zudem sehr gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen. Sollte der Verzicht auf das Auto nicht möglich sein, kann es helfen Fahrgemeinschaften zu bilden, um somit zumindest eine maximale Auslastung zu erreichen. Auch beim Autofahren selbst gibt es einige Energiespartipps: So sollte man mit niedriger Drehzahl fahren, auf einen geeigneten Reifendruck achten, den Motor im Stau-Stillstand ausschalten, die Motorbremse benutzen und die Klimaanlage ausschalten.
  • Nicht fliegen. Fliegen ist die mit Abstand klimaschädigenste Fortbewegungsart, da die Abgase in den oberen Schichten der Atmosphäre noch stärkere Schäden anrichten. Von daher sollte man immer eine andere Art des Reisens suchen und sich auf Ziele beschränken, die ohne Flugzeug erreichbar sind. Dabei ist das Fortbewegungsmittel der Wahl die Bahn – am besten in Kombination mit einer BahnCard, da man dann mit 100%-Ökostrom vorankommt.[4] Entscheidet man sich hingegen für das Auto, sollte man dieses zumindest voll auslasten und Mitfahrer_innen suchen oder alternativ den Fernbus nehmen. Ist ein Flug wirklich unumgänglich, kann man seinen CO2-Ausstoß berechnen und dann eine geeignete Spende an ein Klimaschutzprojekt senden, um der Umweltverschmutzung zumindest zukünftig entgegen zu wirken. Ein Anbieter für diese sogenannten „Kompensationszahlungen“ ist Atmosfair.

[1] Quelle: Julia Merlot: Uno-Konferenz in Katowice: Wer ist Klimasünder Nummer eins? In: Spiegel Online. 13. Dezember 2018 (spiegel.de [abgerufen am 27. Januar 2019]).

[2] https://climateactiontracker.org/countries/

[3] https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/oekostrom-anteil-in-deutschland-2018-erstmals-ueber-40-prozent-15969940.html

[4] https://www.welt.de/wirtschaft/article111688021/Bahncard-Inhaber-fahren-bald-per-Oekostrom.html

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