Das kann doch weg!

Das kann doch weg!

Inspiriert vom Artikel „Gelesen: „Das kann doch weg““ von Fumio Sasaki“ auf die Entdeckung der Schlichtheit, hatte ich mir vor einiger Zeit das Buch in der Bibliothek ausgeliehen. Und es hat ein paar neue Ideen und Gedanken angeregt, die ich hier mit dir teilen will.

Kurz-Rezension

„Das kann doch weg!“ ist ein Buch über Minimalismus und handelt von der Reduzierung des Besitzes des Autors. Fumio Sasaki erzählt in dem Buch wie er erst durch ein sehr starkes Minimalisieren glücklich geworden ist. Dabei wiederholt er sich leider an manchen Stellen selbst, indem er beispielsweise immer wieder erwähnt, wie toll Apple-Produkte sind… Wer über diese Kleinigkeit hinweg sehen kann, hat mit dem Buch ein gutes Werk, das den Sinn des minimalistischen Lebensstils gut erklärt und für Anfänger ein super Einstieg inklusive umfassender Tipps ist. Insgesamt hat das Buch für mich nicht wirklich Neues bereitgehalten, trotzdem hat es mich an Themen erinnert, denen ich mich gerne in diesem Artikel widmen möchte.

Die Sucht nach Neuem

Fumio Sasaki erklärt in seinem Kapitel „Woher kommt die Sucht nach Neuem?“ sehr anschaulich, dass das menschliche Gehirn regelmäßig neue Reize benötigt, da wir uns schnell an Dinge gewöhnen und sie uns mit der Zeit langweilen. Das sorgt dann leider dafür, dass wir den inneren Drang haben Neues zu kaufen und dass dieses immer besonderer, ungewöhnlicher und teurer sein muss, um den Kick wieder hervorzurufen.

Warum kaufen wir immer wieder Neues?

Die aufkommende Frage, warum wir Menschen, auch wenn wir von dem Problem wissen, immer wieder Neues kaufen, beantwortet Fumio Sasaki mit mehreren Ideen: Zum einen meint er, wir würden unsere aktuellen Gefühle heranziehen, um zukünftige einzuschätzen. So finden wir in dem Moment im Laden dieses T-Shirt mit dem Aufdruck total lustig, wenn wir es dann aber später im Schrank hängen haben, ist es uns doch zu peinlich um es zu tragen. Zum anderen meint der Autor, wir wollten mit unserem Besitz andere Menschen beeindrucken. Diesen Gedankengang kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen – viele Personen in meinem Bekanntenkreis besitzen oder kaufen Dinge, um auf ihre Umwelt eine gewisse Wirkung zu haben und nicht weil sie diese Sachen selbst bräuchten oder wirklich haben wollten. Durch die Dinge wird versucht, die eigene Persönlichkeit zu definieren – mehr Schein als Sein.

Erlebnisse statt Dinge

Fumio Sasaki gibt uns dann aber auch eine Lösung für dieses Dilemma an die Hand: Erlebnisse statt Dinge. Denn im Gegensatz zu Kosumprodukten können wir Erfahrungen nicht so gut mit denen anderer vergleichen. So bleiben sie etwas Besonderes und können uns nicht gestohlen werden.

Taten machen glücklich

Eine weitere Erkenntnis von Fumio Sasaki ist, dass wir uns trauen sollten, die Dinge zu tun, die wir wirklich tun wollen, da wir es später mehr bereuen werden, es nicht versucht zu haben, als wenn wir es versucht haben und es schief gegangen ist. Dies wird in der Psychologie als Zeigarnik-Effekt bezeichnet. Dabei hilft es laut dem Autoren auch, wenig zu besitzen, denn es erleichtert einem Risiken einzugehen. Wer nicht viel hat, hat eben auch nicht viel zu verlieren. Marco vom Podcast „Ein Minimalist erzählt“ nennt diesen Effekt immer so schön „Fallhöhe reduzieren“. Außerdem hilft es auch, sich von dem Gedanken, andere beeindrucken zu müssen, gelöst zu haben.

Sich selbst finden

Fumio Sasaki fasst zum Ende hin die Veränderungen zusammen, die der Minimalismus gebracht hat. Eine davon war, dass er zu sich selbst gefunden hat. Dabei macht er in seinem gesamten Werk immer wieder darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, sich davon zu lösen anderen gefallen zu wollen und dass man stattdessen lieber sich selbst gefallen sollte. Dieser Ansatz findet sich bei vielen Minimalisten. So nennen es „The Minimalists“ beispielsweise nach eigenen Werten zu leben.

Minimalismus als Einstieg in ein nachhaltiges Leben

Auf Seite 200 merkt Fumio Sasaki dann eine mir besonders wichtige Sache an: Seinen plötzlich entstandenen Wunsch weniger Müll zu produzieren. Nachdem ich mich lange mit einer nachhaltigen Lebensweise beschäftigt habe, bin ich der Meinung, dass Minimalismus – in entsprechender Auslebung – ein Grundpfeiler für Nachhaltigkeit ist. Und so beschreibt der Autor auch, wie er zunächst von unnötigem Müll abstand gewann und dann auch zum Einsparen von Strom-, Gas- und Wasser überging. Außerdem betont er, dass es sich toll anfühlt, seinen persönlichen ökologischen Fußabdruck gering zu halten.

Veränderte Beziehungen

Wie auch in „Simplify your Life“ deckt „Das kann doch weg!“ die meisten Bereiche des Lebens ab – so auch die zwischenmenschlichen Beziehungen. Dieses Kapitel finde ich sehr empfehlenswert und das erwähnte Buch „Leadership and Self-Deception: Getting Out of the Box“ habe ich mir direkt in meiner Leseliste vorgemerkt. Die Grundansätze von Fumio Sasaki zum Thema Beziehungen sind kurz zusammen gefasst:

  • andere Menschen sind keine Objekte, sondern fühlende Wesen,
  • weniger Eigentum bedeutet weniger Streit,
  • kleine Wohnungen bringen Menschen auch emotional näher zueinander,
  • kein Fernseher oder andere ablenkende Technik zu haben intensiviert den Austausch mit anderen,
  • der Besitz sagt nichts über einen Menschen aus,
  • wenige intensive Beziehungen sind besser, als viele oberflächliche,
  • Beziehungen sollten gepflegt werden, denn sie machen uns glücklich,
  • anderen einen Gefallen mit Freude zu tun, macht uns selbst froh.

Dankbarkeit

Als vorletzten Punkt in dem Buch, geht der Autor auf sein Gefühl der Dankbarkeit ein. Dabei geht es darum in der Gegenwart zu leben, sie zu genießen und wirklich wahrzunehmen – ganz ohne Ablenkungen, voll Achtsamkeit.

Glück

Ganz zum Ende des Buches erklärt Fumio Sasaki nochmal, warum ihn der Minimalismus glücklich gemacht hat: Weil 40% unseres Glücks von unseren Taten abhängen.

Hat dich der Artikel inspiriert das Buch selbst zu lesen? Dann empfehle ich, es dir auch zunächst in der Bibliothek auszuleihen. Viel Freue dabei und lass mich deine Gedanken dazu in den Kommentaren wissen.

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Der Beitragsbildvektor wurde durch Freepik entwickelt

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