Die No Buy Challenge 2020 – ein Abschlussfazit

No buy challenge Fazit

Kurz vor Beginn des Jahres 2020 hatte ich mir eine einjährige Herausforderung gestellt: Bis auf drei Ausnahmen nichts Neues zu kaufen. Die Details der Challenge habe ich hier festgehalten und auch meine Gedanken während des Experiments. In diesem Artikel reflektiere ich das Jahr im Rückblick.

Konsumwünsche flachten ab

Nach nur wenigen Monaten in denen ich ziemlich oft daran dachte „ach, ich könnte doch dies oder das kaufen“, flachten die Gedanken an Konsum relativ schnell ab. Schon vor Beginn der Pandemieeindämmungen in Deutschland war ich relativ entspannt, was die Challenge anging, mit den Geschäftsschließungen dachte ich zunächst daran, dass die kleinen Läden doch dringend Einnahmen bräuchten, trotzdem entschied ich mich gegen den Kauf von Gutscheinen oder Dingen per Versand – ich hätte das auch so nicht gemacht und brauchte auch wirklich nichts.

Meine Kapitalismuskritik verstärkte sich

Generell bin ich in diesem Jahr dem kapitalistischen System gegenüber immer kritischer geworden. Warum denke ich, dass ich was kaufen sollte, das ich nicht brauche, nur damit Menschen ihre Jobs behalten? Versteht mich nicht falsch, ich finde es dramatisch wie viel in der Krise gekündigt wurde, doch warum sind wir überhaupt so abhängig von der Produktion unnötiger Dinge und Arbeit (sogenannte Bulshitjobs) statt den Wohlstand zu genießen und die Erde nicht unnötig auszubeuten? Es gäbe so viele alternative Möglichkeiten unsere Welt zu gestalten – z.B. mit Hilfe eines bedingungslosen Grundeinkommens – doch wir machen weiter wie bisher, obwohl wir wissen, dass die nächste Krise kommen wird und damit alles wieder von vorne anfängt…

Nun, diesen Punkt werde ich sicherlich nochmal an anderer Stelle näher beleuchten, aber zurück zu meiner Challenge:

Second Hand ist nicht immer verfügbar

Meine Herausforderung sah vor, dass ich, wenn ich etwas suchte, dies zweite Hand kaufte. Nun ist jedoch nicht immer alles auf dem Zweitmarkt verfügbar, bzw. liegt bei anderen Menschen ungenutzt in der Wohnung statt auf einem entsprechenden Portal angeboten zu werden. Auch die Auswahl an Produkten ist 2nd Hand eingeschränkt. Dieses nicht-sofort-passend-verfügbar hat aber auch was für sich, denn so musste ich warten und eventuell feststellen: das brauche ich doch gar nicht. Auch beim gegenteiligen Fall, dass ich die Sache doch brauchte, war die Vorfreude ein toller Nebeneffekt.

Büchereien wurden von mir wieder sehr geschätzt

Die Challenge sorgte zudem dafür, dass ich wieder häufiger Bibliotheken aufsuchte. Schon in meiner Kindheit liebte ich es Bücher zu lesen und war daher häufig in der Bücherei. Diese viel zu lang vergessene Liebe lebte im Jahr 2020 wieder auf und wird mich auch zukünftig begleiten. Es ist so toll viel zu lesen, ohne ein Bücherregal dafür zu benötigen. Ich sehe generell keinen Sinn darin mit einer Bücherwand zu protzen und lese Romane eh nie mehrmals. In Sachliteratur schlage ich gegebenenfalls nochmal was nach, aber das kann ich im Fall der Fälle ja auch in der Bibliothek machen oder ich leihe das Buch eben nochmals aus.

Eine No Buy Challenge spart Geld, macht mich jedoch nicht reich

Ein ganz besonderes Fazit für mich war: Ich habe erstaunlich viel Geld zur Seite gelegt. Trotzdem werde ich mir damit nicht über lange Sicht eine Eigentumswohnung oder ähnliches leisten können, denn ich gehöre zu der Generation, deren Chancen auf ein Eigenheim maßgeblich davon anhängt, ob geerbt wird/wurde oder nicht. Dazu aber auch an anderer Stelle mehr.

Ich werde die Challenge nicht verlängern

Ein noch erstaunlicheres Fazit war dann für mich im Januar, denn ich merkte: verlängern mag ich nicht. Ich freute mich total mir endlich die vegane Handtasche zu kaufen, die ich mir eigentlich schon Weihnachten 2020 gewünscht, aber nicht bekommen hatte und ich war auch froh einfach neue Yoga-Hosen bestellen zu können und nicht zweite Hand suchen zu müssen (im Jahr 2020 sind mir tatsächlich drei Hosen so kaputt gegangen, dass ich sie nicht mehr reparieren kann).

Trotzdem bleibt mir das zuerst-zweite-Hand-schauen-und-abwarten als Routine, die ich zukünftig mitnehmen will.

Hast du schon mal eine No Buy Challenge gemacht und wenn ja, was hast du daraus mitgenommen? Kannst du meine Entscheidungen nachvollziehen oder hast du Fragen dazu? Schreib mir gerne einen Kommentar.

Der Beitragsbildvektor wurde durch Freepik entwickelt

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