Die No Buy Challenge 2020 – Zwischenfazit

Anfang 2020 hatte ich hier auf meinem Blog von meiner Challenge dieses Jahr nichts Neues zu kaufen berichtet. Die genauen Regeln und Ausnahmen kannst du hier nachlesen. Nun ist bereits Juli 2020 und das Jahr verlief bisher vollkommen anders, als erwartet. Trotzdem bin ich bei der Challenge geblieben und will heute davon erzählen, wie es mir bisher ergangen ist.

Die ersten Schritte

Zum 1.1.2020 ging es mit der Challenge los und der Januar war diesbezüglich ereignislos. Erst im Februar kamen bei mir Gedanken auf, dass ich irgendwas „bräuchte“. Was das genau war, weiß ich gar nicht mehr. Nur einen Kalender benötigte ich dringend. Normaler Weise bekam ich einen von der Arbeit, doch dieses Mal verzögerte sich dessen Produktion so sehr, dass ich meinem Freund vor quengelte, wie sehr es mich störte alles auf losen Zetteln zu notieren. Und so „überraschte“ er mich mit einem Kalender, den ich mir vorher ausgesucht hatte. Challenge ausgetrickst? Ja, vermutlich schon irgendwie. Vielleicht hätte ich Arbeitsmittel auch auf die Ausnahmen-Liste setzen sollen, denn einen Kalender bekommt man wirklich nicht zweite Hand.

Da mich das Geschenk von meinem Freund so gefreut hatte, wollte ich ihm auch eine Freude machen und ihm T-Shirts für unsere gemeinsamen Yoga-Session schenken. Bei Frauenkleidung ist es vergleichsweise einfach gute und günstige Sachen 2nd Hand zu erstehen, bei Männerkleidung eher nicht. Doch über Ubup fand ich zwei Shirts, die ihm passen und seinem Farbgeschmack entsprechen. Für mich selbst bestellte ich auch etwas, was mir aber nicht passte und deswegen zurück ging – das ist der Vorteil bei Händlerware, sie kann zurück gegeben werden.

Und dann kam Corona

Der Februar und März waren immer wieder von kurzen Kaufwunsch-Gedanken begleitet, die jedoch sehr leicht beruhigt werden konnten, da sie nicht besonders nachhaltig waren. Und dann kam Corona und die Schließung der Geschäfte und Schulen… Am Anfang war ich ziemlich froh über den Stillstand, da mich dieser Trubel, diese Konsumgeilheit in unserer Gesellschaft oft sehr anstrengt. Doch dann kamen Sorgen auf. Was sollte mit all den tollen Cafés und Restaurants werden, die ich so gerne besuchte und die Sportstudios? Was würde sich überhaupt halten können und was nicht? In dieser Zeit überlegte ich wirklich ob ich die Challenge nicht abbrechen und Gutscheine für Fair Trade Kleidungsgeschäfte etc kaufen sollte. Ich tat es nicht. Ohne Corona hätte ich dort nicht konsumiert, also warum sollte ich es jetzt deswegen tun? Bei Cafés, Restaurants und anderen Lokalitäten wie Kinos versuchte ich jedoch durch Gutscheinkäufe und Spenden unterstützend tätig zu sein. Und ich erstellte mir einen Steady-Account um die Arbeit von Künstler_innen, Aktivist_innen und Journalist_innen zu unterstützen.

Meine Ausnahmen

Für meine No Buy Challenge hatte ich mir gewisse Ausnahmen vorbehalten: Sachen für die Wohnung und natürlich notwendiges wie Lebensmittel oder Kosmetik, sowie drei Neukäufe im ganzen Jahr. Im April bestellte ich spontan einen Blumenstrauß, den ich eigentlich meiner Großtante schicken wollte. Da der Versand nicht möglich war holte ich ihn für mich selbst ab und fragte mich im Nachhinein ob ich das nun zu den drei Ausnahmen zählen müsste, oder war es eine Sache für die Wohnung?

Im März oder April kam die zweite Ausgabe des Magazins „Brigitte Be Green“ heraus und da mir die erste Ausgabe recht gut gefallen hatte, wollte ich diese nun auch gerne lesen. Nur musste ich vor mit selbst wirklich zugeben, dass auch eine Zeitschrift, die ich vermutlich nur einmal lesen würde, eine Ausnahme meiner Challenge bedeuten würde. Ich überlegte eine Weile, entschied mich dann jedoch dafür sie zu bestellen. Etwas Unterhaltung konnte ich gut gebrauchen.

Ebenfalls um die selbe Zeit (ich glaube im April) stieß ich auf das neue Buch von Kathrin Hartmann „Grüner wird’s nicht“. Ich hatte zuvor begeistert ihr Buch „Ende der Märchenstunde“ verschlungen und wollte das im März 2020 erschienene neue Werk unbedingt lesen. Leider fand ich es weder zweite Hand noch in der Bibliothek. Auch an dieser Stelle freute sich der Frechfuchs darüber mir mit dem Buch eine Überraschung zu bescheren. Sehr lieb von ihm.

Darüber hinaus machte ich bisher keine Ausnahme mehr. Für die Wohnung schaffte ich mir aufgrund der Home-Office-Situation einen Sitzball an, den ich zunächst als B-Ware kaufte, der jedoch leider direkt defekt geliefert wurde. Um dem Ganzen trotzdem noch eine Chance zu geben, kaufte ich dann doch einen neuen Ball. So richtig zufrieden bin ich mit dem Ball nicht und eventuell schaffe ich mir doch noch einen guten Bürostuhl und/oder einen Stehtisch an – die Entscheidung verschiebe ich aktuell noch.

Außerdem nutzte ich die Gelegenheit mir zu meinem Geburtstag im Juni von den Eltern meines Freundes ein Yoga Bolster zu wünschen. Danach hatte ich seit der Schließung des Yogastudios zweite Hand gesucht, jedoch nichts passendes gefunden. Die Tatsache, dass wir unser Yoga nun zu Hause machen mussten hatte mich bereits Ende März vor die Herausforderung gestellt entsprechendes Equipment zu besorgen, doch hatte ich Glück gehabt und über Ebay Kleinanzeigen ein unbenutztes Set einer Matte, eines Meditationskissens und einer zugehörigen Decke zu ergattern. Manchmal muss man nur mal schauen, ob nicht doch jemand anderes genau das zu Hause herum liegen hat, das man selbst braucht.

Diesen Ansatz fuhr ich auch, als Ende Mai mein Laptop endgültig in die Knie ging und das Arbeiten darauf kaum mehr möglich war. Mein Vater hatte noch eine Gerät zu Hause und schenkte es mir. So einfach können sich manchmal Probleme lösen. Zuvor hatte ich noch recht lange im Bereich refurbished Electronics geschaut, jedoch nichts passendes gefunden.

Mein Zwischenfazit

Die Challenge fällt mir einerseits relativ leicht, da ich bereits vorher schon sehr wenig konsumiert und viel Freude am Heraussuchen von 2nd Hand Optionen hatte, andererseits schränkt sie mich auch ein wenig ein, da ich eben doch manche Dinge neu anschaffen mag oder muss. Das mit dem Kalender war wirklich notwendig und vermutlich sollten Arbeitsmittel auch auf die Ausnahmen-Liste. Die Zeitschrift und auch die Bücher wären eigentlich nicht notwendig gewesen, da ich sie wahrscheinlich irgendwann in der Bibliothek oder zweite Hand bekommen hätte. Trotzdem ist es manchmal schon schön ein Buch direkt nach dem Erscheinen lesen zu können – insbesondere als Fan der Autorin. Durch Corona war ich zudem auch etwas im Kaufen von Dingen über Kleinanzeigen eingeschränkt, da ich mir nicht sicher war, ob ich für solche Abholungen durch die Stadt fahren sollte. Glücklicher Weise bekam ich das Yoga-Set per Post.

Ein großer Vorteil dieser Challenge ist, dass ich Geld gespart habe. Obwohl ich vergleichsweise exzessiv war, was Besuche in Cafés und Restaurants anbelangt, blieb doch mit der Zeit relativ viel Geld auf dem Konto. Auch meine Spenden und Unterstützungen über Steady fielen dagegen kaum ins Gewicht. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass ich nach den ersten Monaten im Kopf freier wurde und mich nicht mehr so sehr mit Konsum beschäftigt habe. Damit mir dies leichter fällt, habe ich schon länger ein paar Strategien zur Konsumvermeidung entwickelt, die ich an anderer Stelle hier mit dir teilen werde.

Abschließend kann ich dir nur empfehlen diese Challenge auch mal zu versuchen, am besten auch eine etwas längere Zeit um den Effekt vom freien Kopf auch wirklich zu bekommen. Ich werde auf jeden Fall dran bleiben und bin gespannt, wie es sich in den nächsten Monaten entwickeln wird oder ob ich doch noch vor Probleme gestellt werde. Ich werde dann auf jeden Fall nochmal berichten.

Konntest du aus meinem Zwischenfazit etwas mitnehmen? Kannst du dir vorstellen selbst eine NoBuy Challenge zu machen oder was denkst du darüber? Schreib mir gerne einen Kommentar.

Der Beitragsbildvektor wurde durch Freepik entwickelt

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