Lebensmittel – zu schade für die Tonne

Rund zwei Einkaufswagen voll Lebensmittel werfen wir Deutschen durchschnittlich pro Jahr in die Tonne. Um dieser unnötigen Verschwendung – die sich sowohl negativ auf die Umwelt, als auch auf unseren Kontostand auswirkt – zu verringern, habe ich in diesem Artikel ein paar Tipps für dich zusammengetragen, die du direkt anwenden kannst.

Richtig einkaufen

Schon beim Einkauf von Lebensmitteln kann man der Verschwendung entgegen wirken. Da viele Menschen gar nicht mehr wissen, worauf sie beim Einkauf wirklich achten sollten, um nahrhafte Lebensmittel zu erhalten, greifen sie häufig auf einen Perfektionsanspruch zurück. So wird nach dem glänzend, knackig aussehenden Apfel aus konventioneller Landwirtschaft gegriffen. Dabei wissen vermutlich die wenigsten, dass der Apfel nur glänzt, da er mit einem Schellack überzogen wurde – d.h. dem verarbeiteten Blut von Läusen[1]. Klingt nicht nur ekelig, sondern ist darüber hinaus auch noch eine ziemlich gute Methode um Frische vorzutäuschen. Doch auch bei Möhren und Gurken wird oft davon ausgegangen, dass die grade Variante besser schmeckt und einzelne Bananen werden in Geschäften so oft liegen gelassen, dass manche Supermärkte schon dafür werben diese mitzunehmen. Um Lebensmittelverschwendung entgegen zu wirken ist es daher sinnvoll direkt auf das Obst und Gemüse zurückzugreifen, das nicht so toll ausschaut. Einige Bioläden bieten bereits bewusst auch krummes Gewächs an. Darüber hinaus ist es besser lose Lebensmittel zu kaufen – so kann man die benötigte Menge selbst bestimmen und muss dann nicht zu Hause feststellen, dass man all das gar nicht schnell genug aufbrauchen konnte und nun eine Frucht angefangen hat zu schimmeln.  Um beim Einkauf der diversen Marketing-Fallen zu entgehen und nur das zu kaufen, das man auch tendenziell essen wird, macht es sehr viel Sinn sich einen Einkaufszettel zu schreiben. Darüber hinaus tendieren Menschen mit Hunger dazu ihren Einkaufswagen extra voll zu packen – also am besten vorher satt essen! Und als letzter Tipp: auf pflanzliche Lebensmittel umsteigen – Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier haben eine geringe Haltbarkeitsdauer. Es gibt viele tolle Rezepte, die ohne tierische Komponenten auskommen und sehr gut schmecken. Sollte es dir (noch) schwer fallen an dieser Stelle dein Konsumverhalten vollständig zu ändern, kannst du zumindest darauf achten nur tierische Lebensmittel zu kaufen, wenn diese auch möglichst zeitnah verbraucht werden.

Richtig lagern[2]

„Falsch gelagert, verlieren Nahrungsmittel schneller an Geschmack oder verderben. Um das zu vermeiden, bedarf es neben einer Grundausstattung an Behältnissen auch der notwendigen Kenntnisse in Sachen Lebensmittelaufbewahrung.“  Zu gut für die Tonne

Brot gehört in einen Brotkasten oder einen Tontopf mit Deckel – keineswegs in eine Plastiktüte und schon gar nicht in den Kühlschrank!

Nudeln und andere trockene Lebensmittel bewahrt man am besten in gut geschlossenen Gläsern auf. Damit sind sie vor Schädlingen wie Lebensmittelmotten geschützt.

Gemüse sollte bis auf Auberginen, Tomaten, Kartoffeln und Kürbis im Gemüsefach des Kühlschranks gelagert werden.

Bei Obst gilt: Heimisches wie Apfel, Kirsche oder Zwetschge können kühl lagern, Exotisches wie Mango, Banane oder Zitrusfrucht gehört nicht in den Kühlschrank. Ausnahmen sind Feigen und Kiwis. Tomaten, Äpfel, Aprikosen und Pflaumen produzieren das Reifegas Ethylen. Um das vorzeitige Verderben anderer Obstsorten zu verhindern, diese Früchte am besten getrennt aufbewahren.

Milcherzeugnisse wie Käse, Butter, Joghurt und Milch gehören in den mittleren Bereich des Kühlschranks. Dabei sollten die Verpackungen gut verschlossen sein. Käse sollte am besten separat eingepackt werden, um keine Vermischung der Gerüche entstehen zu lassen. Als Einpackmittel eignet sich beispielsweise Brotpapier. Bei Hartkäse ist ein wenig weißlicher Schimmel kein Problem und kann einfach abgeschnitten werden – bitte nicht das ganze Stück wegwerfen, da dies eine vollkommen unnötige Verschwendung darstellt. Da Milchprodukte recht leicht verderben ist es sinnvoll diese nur in kleinen, wirklich benötigten Mengen zu kaufen oder – noch besser – auf pflanzliche Alternativen umzusteigen. Margarine und pflanzliche Milchalternativen haben eine gute Haltbarkeit und zudem auch noch einen deutlich geringeren ökologischen Fußabdruck.

Fleisch und Wurst sind ebenfalls schnell verderblich, sollten immer mit einer guten Kühlkette nach Hause kommen (beispielsweise im Sommer mit einer Kühlbox transportiert werden). Beide Produkte sollten im untersten Fach des Kühlschranks aufbewahrt und möglichst zeitnah verzehrt werden. Auch hier gilt: Nur die wirklich benötigten Mengen kaufen und möglichst auf pflanzliche Alternativen umsteigen. So kann man beispielsweise vegane Bolognese mit Sojagranulat machen, das man als Trockenprodukt sehr lange aufbewahren kann. Bei geeigneter Würzung kann die Bolognese sehr lecker werden.

Darüber hinaus sollte der Kühlschrank regelmäßig gereinigt werden – am besten mit etwas Essigessenz, um die Verbreitung von Bakterien und Keimen zu verhindern.

Reste aufessen/aufbrauchen

Zu viel gekocht? Dann unbedingt die Reste in eine Dose und in den Kühlschrank damit. Es ist eine unnötige Ressourcen- und Geldverschwendung noch essbares Essen wegzuwerfen. Dies gilt übrigens auch für Essen im Restaurant. Hier ist es besonders praktisch, wenn du für diesen Fall direkt eine Dose mitbringst. Darüber hinaus sollten angebrochene Lebensmittel immer auch vollständig verarbeitet werden, bevor sie schlecht werden. Im Internet gibt es viele Ideen, was man mit den Resten kochen kann. Wenn du selbst sehr kreativ bist, kannst du dich natürlich auch einfach ohne Rezept ausprobieren. Drei Gerichte, die sich immer sehr gut für das Verwerten von Resten eignen: Auflauf (Nudel/Kartoffel etc.), Pizza und Ofengemüse. Auf der Seite von Sirplus[3] gibt es zudem einige tolle Tipps, was man mit „alten“ Lebensmitteln noch machen kann.

Sollte doch mal etwas bei dir im Kühl- oder Küchenschrank gelandet sein, das dir überhaupt nicht schmeckt, versuche jemanden zu finden, der es haben möchte. Mitbewohner_innen bieten sich da erstmal an, ansonsten gibt es auf der Webseite foodsharing.de die Möglichkeit einen Essenskorb einzustellen und diesen von jemand Fremden abholen zu lassen.

Lebensmittel retten!

Neben der Möglichkeit eigene Lebensmittel zu verschenken, bietet foodsharing.de an sogenannten „Verteilern“ gerettete Lebensmittel an. Dies sind oft Obst und Gemüse, sowie Backwaren aus Supermärkten. Hier kannst du dich gerne kostenlos bedienen, da die Lebensmittel ansonsten in der Tonne landen würden. Darüber hinaus kannst du natürlich auch eine Privatperson, die einen Essenskorb eingestellt hat, anschreiben und dort etwas abholen.

Das MHD missachten!

Das Mindesthaltbarkeitsdatum wird oft fälschlicher Weise als Verbrauchsdatum verstanden und so landen diverse Joghurts und co ungeöffnet im Müll, obwohl sie noch gut wären. Hier kann man sich stattdessen auf seine Sinne verlassen und einfach mal die Packung öffnen, schauen, riechen und gegeben falls schmecken, ob das Lebensmittel noch gut ist, denn ein MHD ist kein Verfallsdatum. Vorsichtig sollte man hingegen bei Lebensmitteln mit Verfallsdatum sein – d.h. Frischfleischprodukte, Rohmilch, Räucher- oder roher Fisch und frische, vorgeschnittene Salate und Feinkostsalate. Diese Produkte sollte man nicht mehr nach dem Verfallsdatum essen. Um an dieser Stelle möglichst wenig Verschwendung zu erzeugen, empfehle ich diese Lebensmittel wenn möglich gar nicht zu konsumieren oder ansonsten nur so zu kaufen, dass sie zeitnah aufgebraucht werden.


[1] https://www.wunderweib.de/lebensmittelueberzug-schellack-glanz-durch-laeuseblut-4376.html

[2] https://www.zugutfuerdietonne.de/tipps/richtig-lagern/

[3] https://sirplus.de/pages/rettertipps

Der Beitragsbildvektor wurde durch Freepik entwickelt

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