Öko-Fake – Bioplastik

Wer sich mit einer nachhaltigeren Lebensweise in unserer industriellen Welt beschäftigt, wird immer wieder auf Wiedersprüche und Ungereimtheiten, aber auch falsche Werbeversprechen stoßen. In der Reihe „Öko-Fake“ möchte ich dir Produkte vorstellen, die als ökologisch daher kommen, es aber nicht so ganz sind. Heute geht es um die Biokunststofftüte. [Re-Post vom Juli 2019]

Das Problem mit den Biokunststofftüten

Dass Plastik umweltschädlich ist, zeigt sich an vielen Horror-Fotos von verdreckten Stränden oder Tieren, die durch den menschlichen Müll verletzt wurden oder gar daran starben. Der Wunsch nach Veränderung ist da und zeigt sich auch bereits in Teilen in der Gesetzgebung.

Nun hat sich der Biokunststoff als Alternative auf dem Markt platziert. Dieser bringt jedoch drei große Nachteile mit sich:

  1. Er besteht meist aus Mais, welcher zur Verringerung der Biodiversität beiträgt (Stichwort Genmais) und ein Lebensmittel ist, welches besser als solches genutzt werden sollte.
  2. Die Produktion und Distribution des Bioplastiks verbraucht ebenfalls viel Energie.
  3. Der Biokunststoff ist in den aktuellen Kompostieranlagen nicht von herkömmlichem Plastik unterscheidbar und zudem auch nicht verwertbar – so werden die Tüten leider aussortiert und verbrannt.

Warum Biokunststoff nur bedingt eine Alternative sein kann

Ich sehe aufgrund der oben genannten Probleme den Biokunststoff nur bedingt als Lösung. Ein Beispiel: Was ist der positive Effekt, wenn wir nun statt zu Plastikstrohhalm zum Bioplastikstrohalm greifen? Dass er sich im Meer auflöst? Doch wir schmeißen unser Bioplastik ja (hoffentlich) nicht ins Meer, sondern in den Müll!

Die bessere Wahl – weg lassen

Meiner Meinung nach wäre daher die beste Wahl das Weglassen von Plastik so gut es geht.

  • Statt mit dem Bioplastikstrohhalm kann man auch einfach aus Glas selbst trinken oder das Café nutzt einfach wiederverwendbare Edelstahl- oder Glashalme.
  • Statt der Biomüll-Bioplastiktüte kann man die Abfälle auch einfach so im Eimer sammeln und diesen eben mit zur Tonne nehmen, wenn man ihn leeren möchte. Alternativ kann auch eine Papiertüte aus Altpapier genutzt werden, um die Feuchtigkeit aufzusaugen und Geruchentwicklung einzudämmen.
  • Statt der Bioplastiktüte für Obst und Gemüse kann auch einfach ein Stoffbeutel oder gar kein Beutel verwendet werden.
  • und, und, und …

Wie siehst du das? Nutzt du selbst Bioplastik und wie entsorgst du ihn? Schreib mir gerne in die Kommentare!

Noch mehr Infos zu Bio-Plastik findest du in diesem tollen Blog-Eintrag von Bio-Müll kann mehr.

Der Beitragsbildvektor wurde durch Freepik entwickelt

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