Warum Mülltrennung wichtig ist


Ich bin in einem Haushalt aufgewachsen, in dem schon als ich klein war viel auf Umweltschutz geachtet wurde. Bei meinen Eltern war es ganz normal den Wasserhahn aus zu drehen, wenn man die Zähne putzt, den Kühlschrank nicht lange offen stehen zu lassen, das Licht auszuschalten, wenn man den Raum verlässt und den Müll zu trennen. Für mich waren diese Verhaltensweisen daher schon immer normal und selbstverständlich. Es handelt sich um Kleinigkeiten, die aber in ihrer Summe einen großen Unterschied für unseren ökologischen Fußabdruck machen.

Dass nicht jeder so denkt und aufgewachsen ist, musste ich jedoch mit den Jahren enttäuscht feststellen. Daher möchte ich in einer Reihe von Artikeln erklären, warum diese einfachen umweltfreundlichen Verhaltensweisen wichtig sind und Tipps geben, wie man sich diese schnell angewöhnen kann. Heute beginne ich mit der Mülltrennung.   

Der Müll wird in Deutschland getrennt!

Ich weiß nicht warum, aber das Gerücht, Müll würde gar nicht wirklich getrennt, scheint sich immer noch zu halten. Daher an dieser Stelle eine Frage: Würde sich die Stadtreinigung wirklich die Mühe machen verschiedene Mülleimer aufzustellen und diese mit verschiedenen Lastern abzuholen, nur um dann am Ende alles zusammen zu schütten? Und wenn ja, wieso würde sich die BSR zusätzlich noch die Mühe machen für Mülltrennung zu werben? Alles eine Form der Verbrauchertäuschung? Um uns alle an der Nase herumzuführen? …

Nach der Abfallvermeidung kommt die Abfalltrennung

Um der Umwelt möglichst wenig zu schaden und Rohstoffe für die Zukunft und kommende Generationen zu sparen, ist der erste und wichtigste Schritt die Abfallvermeidung. Wie man dies macht, habe ich bereits in dem Artikel „Die Öko-Challenge – Müll“ erläutert. Dort finden sich auch einige kurze Tipps zur Abfalltrennung. Im Nachfolgenden möchte ich jedoch nochmal genauer auf die korrekte Trennung von Abfall eingehen.

So trennst du (als Berliner_in) richtig

Wertstoffe (Gelbe oder Orange Tonne)

Die gelben oder orangen Wertstofftonnen Berlins sind für eine Wiederverwertung diverser Abfälle geeignet. In die Tonnen gehören Verpackungen und andere Gegenstände aus Kunststoff, Metall und Verbundstoff wie[1]; [2]:

Abfallart Entsorgungshinweise
Plastikbecher (z.B. vom Joghurt, Quark, Margarine) – bei einer Papierhülle wird diese zunächst vollständig entfernt und im Papiermüll entsorgt
– der Aludeckel wird komplett entfernt und ebenfalls in die Wertstofftonne entsorgt (diese Trennung ist für die Sortierung der verschiedenen Rohstoffe wichtig, bleibt der Deckel auf dem Becher, kann es sein, dass die Sortieranlage die Rohstoffe nicht richtig erkennt und der gesamte Becher im Restmüll landet)
– den Becher nicht ausspülen, sondern nur ordentlich auskratzen („löffelrein“)
– Becher nicht ineinander stapeln (die Sortieranlagen erkennen die Grundrohstoffe anhand von Infrarotsensoren, sind die Becher jedoch zusammengesteckt, funktioniert dies nicht und alle Becher landen zur Verbrennung im Restmüll)
Kunststoffflaschen (z.B. von Reinigungsmitteln, Getränken ohne Pfand, Ketchup, Mayonnaise, Shampoo, Duschgel) – Flaschen vollständig entleeren z.B. indem man die Shampooflasche am Schluss mit etwas Wasser füllt und den Rest in verdünnter Form benutzt (sind noch Reste enthalten, kann dies dafür sorgen, dass die Infrarotsensoren den Kunststoff nicht erkennen; die Nutzung des gesamten Inhalts spart zudem Geld)
– Deckel gesondert in die Wertstofftonne packen, da dieser gegebenenfalls aus einem anderen Kunststoff besteht
Gebrauchsgegenstände aus Kunststoff oder Metall (z.B. Gießkannen, Kunststoffspielzeug, Plastikküchen(einweg)utensilien, Blumentöpfe, Eimer, Schüsseln, Bügel, Klarsichthüllen, Töpfe, Werkzeuge, Besteck, Schrauben) – Besteht das Produkt aus verschiedenen Rohstoffen, ist es hilfreich diese voneinander zu trennen – hier kann man mal wirklich was mit Freude kaputt machen, da es „für den guten Zweck“ ist
– Auf Kunststoffeinweggeschirr und -besteck, sowie -strohhalme  sollte unbedingt verzichtet werden – Mehrfachgeschirr und -besteck hat jeder zu Hause und bei einer Feier kann man seine Gäste auch darum bitten ihr eigenes mitzubringen
Folien (aus Plastik oder Alu) -Das Beste ist auf Frischalte- und Alufolie zu verzichten und stattdessen Mehrwegdosen oder -Wachstücher zu benutzen
– Plastikfolien in Backwarentüten vom Papierteil trennen und in die Wertstofftonne geben – das Papier entweder für den Biomüll verwenden oder im Papierkorb entsorgen
Plastiktüten – Auch hier ist wieder der Verzicht erste Priorität – um die Notwendigkeit eines Tütenkaufs zu verhindern ist es sinnvoll immer einen Stoffbeutel dabei zu haben
– sollte doch einmal eine Plastiktüte anfallen, ist es sinnvoll diese zunächst mehrfach zu verwenden und zum Schluss des „Lebenszykluses“ kann sie dann für den Transport des Mülls in die Tonne genutzt werden (die Tüte jedoch ausleeren, damit das Müllvolumen nicht unnötig größer und somit auch die Entsorgung teurer wird; außerdem stehen bei der BSR arme Mitarbeiter_innen, die dann wiederum eure Tüten aufreißen müssen)
Verpackungen (z.B. von Käse, Wurst, Tofu, Toilettenpapier, Kosmetika) – Besteht das Produkt wie beispielsweise bei Lidschattendosen aus verschiedenen Rohstoffen, sollte man diese für eine geeignete Weiterverwertung voneinander trennen – wenn notwendig auch mit Werkzeug
Styropor – Bei der Verbindung mit anderen Stoffen, diese voneinander entfernen.
Sollten sich darin Lebensmittel befunden haben, das Styropor reinigen (löffelrein)
Verpackungen aus Metall (z.B. Konservendosen, Getränkedosen ohne Pfand, Aluminiumschalen, Kronkorken, Metalldeckel, leere Metalltuben, leere Spraydosen ohne Gefahrstoffzeichen) – Löffelrein entleeren
– Deckel vollständig von der Dose ablösen und getrennt in die selbe Tonne
– Tuben sollten möglichst vollständig entleert werden – dafür ist es hilfreich diese aufzuschneiden und die letzten Rest noch zu verwenden (was auch wiederum Geld spart)
– Auch hier werden verschiedene Rohstoffe (z.B. Plastikdeckel und Alutube) voneinander getrennt in der selben Tonne entsorgt
Verbundverpackungen (z.B.  Milch-, Saft-, Fertigsoßenkartons, Kaffeevakuumverpackungen, Arzneimittelblister, Kunststoffnetze von Obst und Gemüse, Bonbon- oder Schokoladenpapiere) – Arzneimittelblister nur vollständig entleert in die Wertstofftonne – abgelaufene Medikamente können entweder in der Apotheke abgegeben oder im Restmüll entsorgt werden
– TetraPaks vollständig entleeren – dafür den Karton an allen Seiten auffalten; den Deckel gesondert im selben Müll entsorgen
– Bonbon- und Schokoladenpapier aus Verbundmaterial (z.B. aus einem Alu-Papiergemisch) von der äußeren Papierhülle trennen – das Papier in den Papiermüll, das Verbundmaterial in die gelbe/orange Tonne

Wen es zudem interessiert, was aus den Wertstoffen wird, kann dies detailliert auf der Seite trenntstadt-berlin.de nachlesen.

Glasmüll

Die Entsorgung von Glasmüll erfordert im Gegensatz zur Wertstofftonne eine Trennung in verschiedene Tonnen. So gibt es bei den meisten Mehrfamilienhäusern in Berlin immer eine Weißglas-, eine Braunglas- und eine Grünglastonne. Ungewöhnliche Glasfarben (wie Blau oder Rot) werden dabei in die Braunglastonne sortiert. In den Glasmüll gehören jedoch nicht alle Glassorten. Erlaubt sind möglichst vollständig entleerte (aber nicht notwendiger Weise ausgespülte)[3]:

  • Einwegflaschen aus Glas wie Wein- und Sektflaschen
  • Essig- und Ölflaschen
  • Konserven- und Marmeladengläser
  • Parfümflacons
  • Arzneimittelflaschen

Nicht erlaubt sind[4]:

  • Glühlampen oder Energiesparlampen (sind beim Händler wieder abzugeben)
  • Geschirr, Porzellan und Keramik
  • Spezialgläser wie Blei- oder Laborglas
  • Fensterglas- oder Spiegelscherben
  • Kristallgläser
  • Trinkgläser

Sollte man keine Glastonne im Hof oder vorm Haus haben, findet man unter berlin-recycling.de die nächste Glassammelstelle.

Papiermüll

Für die recyclinggerechte Entsorgung von Papier und Pappe sollte man darauf achten, was in die blaue Tonne gehört und was nicht[5]:

Das darf rein

  • Zeitungen, Zeitschriften, Magazine, Kataloge, Werbeprospekte
  • Verpackungen aus Pappe wie Pappschachteln, Kartons, Eierkartons, Wellpappe, Papiertüten, Packpapier, die innere Rolle von Toilettenpapier und Küchenkrepp
  • Hefte, Bücher (ohne Kunststoffeinband), Schreib-, Computer und Briefpapier, Briefumschläge mit und ohne Sichtfenster

Das darf nicht rein, sondern gehört in den Restmüll

  • verschmutzte Verpackungen (wie Brotpapier mit Mayonnaise oder Pizza-Kartons)
  • beschichtete Papiere, Wachspapier
  • Durchschlagpapier
  • nassfest imprägnierte und/oder geleimte Papiere und Pappen
  • Hygienepapier wie Taschentücher oder Küchenkrepp
  • Tapeten
  • Fotos
  • Getränkekartons

Biomüll

Die getrennte Entsorgung von Biomüll sorgt dafür, dass der Restmüll besser thermisch verwertet (verbrannt) und aus den biologischen Resten Biogas gewonnen werden kann. Zudem sorgt die Trennung dieser Abfälle dafür, dass der Restmüll nicht mehr stinkt. Auf dem Blog von „Bio-Müll kann mehr“ ist zudem sehr schön nachlesbar, warum dieser Müll getrennt gesammelt werden sollte.

In die Bioguttonne gehören[6]:

  • Schalen und Reste von Obst und Gemüse (auch von Zitrusfrüchten)
  • Kaffeesatz samt Filter
  • Tee und Teebeutel (ohne Schildchen – das bitte in den Papiermüll)
  • Eierschalen
  • Essensreste, z. B. auch Gekochtes
  • alte Lebensmittel
  • Blumen
  • Gartenabfälle (auch Rasenschnitt)
  • Grün- und Strauchschnitt
  • Laub
  • Einwickelpapier (z. B. altes Zeitungs- oder Küchenpapier)

Kein verwertbares Biogut, und damit für den Restmüll vorgesehen, sind[7]:

Restmüll

All das, was nun übrig bleibt – was bei einer ordentlichen Nutzung der Wertstofftonne eigentlich gar nicht so viel ist – gehört meist in den Restmüll[8]:

  • Asche, Aschenbecherinhalte (bitte vorher abkühlen lassen, sonst kann es schnell mal brennen)
  • Binden, Taschentücher
  • Windeln (den Kot soll man übrigens vorher in der Toilette entsorgen)
  • Fotos
  • Geschirr und Keramik
  • Glühlampen (keine Energiesparlampen!)
  • Katzen-, Kleintierstreu
  • Kehricht
  • Kristallglas
  • Lederreste, Lumpen
  • Scherben aus Spiegel- und Fensterglas
  • Staubsaugerbeutel
  • Stark verschmutzte Verpackungen
  • Holzspielzeug
  • Tapetenreste
  • Trinkgläser

Doch nicht alles darf hinein, „verboten“ sind:

  • Verpackungen
  • Sperrmüll und Elektroaltgeräte (muss beim Recyclinghof abgegeben oder von der BSR kostenpflichtig abgeholt werden)
  • Bau- und Abbruchabfälle
  • Papier und Pappe
  • Schadstoffe
  • Obst- und Gemüsereste

Der Beitragsbildvektor wurde durch Freepik entwickelt

[1] https://www.bsr.de/assets/downloads/broschueren_miniflyer_abfall_2016.pdf

[2] https://trenntstadt-berlin.de/wertstoffe/

[3] https://trenntstadt-berlin.de/wertstoffe/

[4] https://trenntstadt-berlin.de/wertstoffe/

[5] https://trenntstadt-berlin.de/papier/

[6] https://trenntstadt-berlin.de/biogut/

[7] https://trenntstadt-berlin.de/biogut/

[8] https://trenntstadt-berlin.de/hausmull/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.