Die Öko-Challenge – Müll

Wer sich mit einer nachhaltigeren Lebensweise in unserer industriellen Welt beschäftigt, wird sich immer wieder fragen, wie sie_er es eigentlich richtig machen kann. In dieser Öko-Challenge-Reihe möchte ich ein paar kleine Tipps geben, die ich mit der Zeit für mich entdeckt habe. Dabei handelt es sich nicht um große Neuigkeiten, sondern einfache Handlungsmöglichkeiten für ein umweltbewussteres Leben. Heute geht es weiter mit dem Thema Müll.

Das Problem mit dem Müll

Zu viel Müll

Unsere westliche Gesellschaft hat sich zu einer Wegwerfgesellschaft entwickelt. Es gibt immer mehr Einwegprodukte und Dinge mit einer geringen Haltbarkeit. Wir schmeißen weg, als gäbe es kein Morgen, doch dabei verdrängen wir, dass dieser Müll ja auch irgendwo hin, bzw. verwertet werden muss. Pro Tag produziert die Weltbevölkerung nach Schätzungen ca. 3,5 Millionen Tonnen Müll. Im Jahr 2013 fielen pro Einwohner_in in Deutschland 617 Kilogramm Müll an. Nach Voraussagen werden sich diese Zahlen bis 2025 verdoppeln, wenn wir so weiter machen wie bisher. Von daher ist es schon lange an der Zeit, dass wir alle für uns, unseren Planeten und die Zukunft kommender Generationen Müllproduktion vermeiden.

Was tun gegen den Müll?

Lebensmittel sind kein Müll

Das Lebensmittel auf dem Müll landen kommt häufiger vor, als wir meinen. Die Auswirkungen dieser Verschwendung in die Gründe sind dabei nochmal ein gesondertes Thema, trotzdem sollten wir alle daran arbeiten unseren persönlichen Lebensmittelverschwendungsabdruck so gering wie möglich zu halten. Dabei hilft es nachfolgende Tipps zu beherzigen:

  • Das Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet nicht, dass das Lebensmittel nach Ablauf direkt schlecht ist. Hier sollte man seinen Sinnen vertrauen – sieht es gut, riecht es gut und schmeckt es gut, dann ist es auch noch gut.
  • Ein Einkaufszettel hilft einem nur das zu kaufen, was man auch wirklich benötigt. Zudem sollte man sich nicht von XXL-Packungen oder Sonderangeboten locken lassen.
  • Die richtige Lagerung der Lebensmittel macht’s. Exotische Früchte wie Ananas, Mango und Zitronen gehören nicht in den Kühlschrank. Und auch Tomaten mögen die Kälte nicht. Generell halten sich verschiedene Lebensmittel am besten in ihren speziellen Temperaturzonen[1]:
    • Oberstes Fach (ca. 8 °C): Käse, Zubereitetes
    • Mittleres Fach (ca. 5 °C): Milchprodukte
    • Unterstes Fach über der Schublade: Leicht Verderbliches wie Fleisch, Fisch, Geflügel, Feinkostsalate, angebrochene Packungen
    • Schublade ganz unten (ca. 9 °C): Obst und Gemüse (Ausnahme: kälteempfindliches Obst wie exotische Früchte oder wasserhaltiges Gemüse gehören gar nicht in den Kühlschrank)
    • Tür: Eier, Butter, Milch, Dressing, Saucen, Tuben, Marmelade, Getränke
  • Nicht zu viel kochen – mit etwas Übung kann man nach einer gewissen Zeit einschätzen, wie viel man wirklich isst.
  • Sollten doch mal was übrig bleiben, ist es sinnvoll die Reste zu verwerten. Das ist umweltfreundlich und spart zudem noch Geld. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat dafür eine eigen Seite mit Rezepten aus Resten erstellt: https://www.zugutfuerdietonne.de/praktische-helfer/rezepte-fuer-reste/
  • Beim Auswärtsessen kann man sich zudem die Reste einpacken lassen – am besten in eine mitgebrachte Dose.
  • Wenn man sich etwas nach Hause mitnehmen möchte, kann man z.B. über die App „Too Good to go“ überschüssig gekochtes Essen bei einem Restaurant in der Nähe abholen.

Reparieren statt wegwerfen

Häufig tendieren wir Menschen dazu ein Produkt, das defekt ist, direkt wegzuwerfen, obwohl es vermutlich leicht repariert werden könnte. So erzählte mir ein Freund letztens, er habe seinen Fernseher zwei Jahre lang nicht benutzt, weil er ihn nicht reparieren wollte. Als er sich dann entschloss das Gerät zu entsorgen, rief er doch vorher nochmal bei der Hotline des Herstellers an – und siehe da, der Fernseher benötigte nur ein Softwareupdate und funktioniert nun wieder einwandfrei. Ähnliche Tendenzen beobachte ich auch immer wieder bei Smartphone-Besitzer_innen. Da ist das Glas gesprungen und schon muss ein neues Gerät her – und das bei den doch noch hohen Preisen der Geräte. Leider ist es öfter so, dass eine Reparatur – z.B. von einer Wachmaschine – mehr oder genauso viel kostet, wie ein Neugerät, aber man sollte diesen Fall nicht auf jede Situation übertragen.

In Städten gibt es nun schon seit Längerem eine Gegenbewegung zu der Wegwerfmentalität – die Repair Cafés. Dort  kann man z.B. mit seinem defekten Bügeleisen hingehen und sich von ehrenamtlichen Helfer_innen zeigen lassen, wie dieses repariert werden kann. Hier gibt es weitere Informationen zu diesem Konzept und man kann ein Café in seiner Nähe suchen.

Upcycling

Eine hippe Methode um Müll zu vermeiden ist das Upcycling von Wertstoffen. So kann aus einem alten Kleidungsstück etwas Neues genäht oder alte Schraubgläser für einen vollkommen neuen Zweck verwendet werden. Online kann man sich von diversen tollen Ideen inspirieren lassen.

Papier sparen

Trotz der Digitalisierung und damit einhergehender Begriffe wie das „papierlose Büro“ wächst unser Papierverbrauch stetig an. Laut WWF werden pro Stunde weltweit Waldflächen in der Größe von 500 Fußballfeldern für die Herstellung von Papierprodukten zerstört. Um selbst möglichst wenig Papier zu verbrauchen kann man nachfolgende Tipps beherzigen:

  • Weniger ausdrucken und wenn, dann beidseitig.
  • Fehldrucke als Schmierpapier weiter verwenden.
  • Recyclingpapier verwenden.
  • Nachrichten online lesen – Tages- und Wochenzeitungen haben dafür entsprechende Angebote.
  • Rechnungen digital zuschicken lassen.
  • „Werbung – nein Danke!“ am Briefkasten.
  • E-Mails oder andere digitale Kommunikationswege statt Briefe.

Mehr- statt Einwegprodukte

Wie bereits eingangs beschrieben, ist es in unserer Gesellschaft immer üblicher geworden Produkte nur einmal zu benutzen – z.B. ein Küchentuch. Dieser Verschwendung kann man mit der Veränderung einiger Gewohnheiten entgegentreten:

  • Nachfüllpackungen oder verpackungsfreie Produkte verwenden – z.B. eine Shampoo-Bar statt einer Shampoo-Flasche oder Seifenstücke.
  • Mehrwegbeutel beim Einkauf von Obst und Gemüse statt Plastik- oder Papiertüten. Ein solcher Beutel lässt sich übrigens auch sehr gut aus alten Kleidungsstücken nähen (siehe Upcycling).
  • Stoff- statt Papiertaschentücher.
  • Waschbare Abschminkpads statt Einweg-Wattepads oder -Abschminktücher.
  • Geschirrtuch oder Lappen statt Küchenrolle.
  • Espressomaschine statt Kapseln.
  • Akkus statt Batterien.
  • Mehrwegpfandflaschen statt Einweg-Pfand oder Tetra-Paks.

Was tun mit dem verbleibenden Müll?

Müll richtig entsorgen

Lässt sich die Entstehung von  Müll partout nicht vermeiden, sollte man diesen zumindest korrekt entsorgen. So sollte eine Trennung von Wertstoffen (Gelbe Tonne oder Gelber Sack), Altglas (getrennt nach Farben), Papier und Bio-Müll erfolgen. Was in welche Tonne gehört unterscheidet sich je nach Verwertungsgesellschaft. Die Berliner Stadtreinigung (bsr) bietet auf Ihrer Webseite eine Übersicht über die Sortierung der Abfälle. Außerdem gibt es dort auch eine Tauschbörse, über die man noch gute Gegenstände weiter verschenken kann. Bei der Müllentsorgung sollte man darüber hinaus noch nachfolgende Tipps beherzigen:

  • DVDs und CDs beim Wertstoffhof abgeben – sie bestehen aus hochwertigen Rohstoffen
  • Energiesparlampen dürfen nicht in den Restmüll, sondern müssen beim Wertstoffhof oder bei lokalen Sammelstellen (Drogerie- und Supermärkten) abgegeben werden.
  • Abgelaufen Medikamente dürfen auf keinen Fall in die Toilette gespült werden. Am besten gibt man diese wieder bei der Apotheke ab.
  • Batterien sollten in keinem Fall im Restmüll landen, da sie giftige und gleichzeitig wertvolle Rohstoffe enthalten. Hierfür kann man sich eine kleine Kiste zum Sammeln hinstellen und diese bei Gelegenheit mit zum Supermarkt nehmen – dort gibt es eigentlich immer eine Sammelbox.
  • Elektro- und Elektronikgeräte, die sich nicht mehr reparieren lassen, sollten beim Wertstoffhof abgegeben werden. Außerdem ist auch der Elektronikgerätehändler (auch der Onlinehandel) zur Rücknahme verpflichtet. Es gibt zudem diverse Möglichkeiten seinen Elektroschrott per Post an eine Annahmestelle zu schicken oder diesen sogar abholen zu lassen.
  • Altkleider in einem fairen Container entsorgen oder z.B. auf Kleidertauschpartys weiter geben.

[1] Quelle: https://www.zugutfuerdietonne.de/was-kannst-du-dagegen-tun/besser-lagern/im-kuehlschrank/

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Der Beitragsbildvektor wurde durch Freepik entwickelt

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