Die Öko-Challenge – Plastik

Wer sich mit einer nachhaltigeren Lebensweise in unserer industriellen Welt beschäftigt, wird sich immer wieder fragen, wie sie_er es eigentlich richtig machen kann. In dieser Öko-Challenge-Reihe möchte ich ein paar kleine Tipps geben, die ich mit der Zeit für mich entdeckt habe. Dabei handelt es sich nicht um große Neuigkeiten, sondern einfache Handlungsmöglichkeiten für ein umweltbewussteres Leben. Heute beginne ich mit dem Thema Plastik.

Das Problem mit dem Plastik

Zu viel Müll, der nicht verwertet wird

Seit der Entwicklung von Plastik in den 1950er Jahren hat dieser Rohstoff eine extreme Rolle in unserem Alltag eingenommen. So viele Produkte bestehen aus oder beinhalten Plastik, dass es uns (fast) gar nicht mehr auffällt.

Dabei sprechen wir immer von Recycling, wobei von den 63000 Millionen Tonnen produzierten Plastikmüll nur 9% wiederverwertet wurden (Stand 2015). Und diese Wiederverwertung darf man sich auch nicht – wie das Wort Recycling eigentlich vermuten lässt – als Kreislauf vorstellen. Da Plastik sehr verschieden zusammengesetzt ist, kann aus einer Plastikflasche nicht einfach wieder eine neue erzeugt werden. Die Plastikverwertung sollte man daher auch lieber mit dem passenderen Begriff des Downcyclings beschreiben.

Schäden für die Gesundheit

Seit geraumer Zeit wissen wir, dass Plastik viele Inhaltsstoffe enthält, die der Gesundheit stark schaden können. Aus diesem Grund gibt es natürlich diverse Sicherheitsvorschriften in Deutschland und der EU, jedoch wird dabei nicht berücksichtigt, wie viel wir von Plastik umgeben sind. Um in das Thema einzusteigen, empfehle ich den Dokumentarfilm „Plastic Planet“ von Werner Booote, den man beim bpb kostenfrei streamen kann.

 

Plastik im Meer – Gefahr für Tier und Umwelt

Mindestens 150 Millionen Tonnen Plastik treiben in unseren Meeren. Mit der Zeit zerfallen sie zu winzigen Teilchen – dem sogenannten Mikroplastik. Doch bis dahin dauert es meistens mehrere hundert Jahre (es wird davon ausgegangen, dass eine Plastikflasche erst nach 450 Jahren zersetzt ist). Dabei verletzen sich oder sterben Tier häufig am Plastikteilen, da sie sich darin verfangen oder es für Futter halten. Der zu Mikroplastik zerfallene Müll schädigt lauf Forschungen wiederum die Fortpflanzung, das Immunsystem und die Organe von Meerestieren. Darüber hinaus bedroht das Plastik das empfindliche Ökosystem Meer und zerstört die enorm wichtigen Korallenriffe.

 

Kleine Tipps zur Plastikvermeidung

Im Alltag gibt es diverse Möglichkeiten Plastik zu vermeiden. Hier ein paar einfache Vorschläge:

  • Beim Einkauf
    • Stoffbeutel mitnehmen und den Einkauf darin einpacken
    • Obst und Gemüse lose kaufen – ohne Plastiktüte und Umverpackung
    • Eigene Behälter an der Frischetheke nutzen – es kostet etwas Überwindung, gibt einem aber direkt ein gutes Gefühl
    • Glaspfandflaschen/-gläser statt Tetrapack oder Plastikpackung
    • Coffee-to-stay statt Coffeee-to-go oder einen widerverwendbaren Thermosbecher verwenden
    • Im Unverpackt-Laden einkaufen
  • In der Küche
    • Wachstücher statt Frischhalte- und Alufolie
    • Wiederverwendbare Brotdosen und Trinkflaschen aus Glas oder Edelstahl nutzen (wenn möglich bitte nichts Neues kaufen)
    • Holz und Glas statt Plastik – z.B. als Schneidebretter oder Küchenutensilien
  • Im Bad
    • Seife als Stück statt Flüßigseifenspender
    • Zahnbürste aus Holz/Bambus
    • Zahnputztabletten statt Zahnpasta
    • Shampoo und Duschgel gegen Shampoobar und Seifenstück tauschen
    • Deocremes aus der Metall-/Glasdose oder selbst hergestellt
    • Bodybutter als Stück statt Lotion aus der Plastikflasche
    • Gesichtscreme aus dem Glas- statt Plastiktigel
    • Kosmetik ohne Mikroplastik – am besten zertifizierte Naturkosmetik, Inhaltsstoffe können mit der App Codecheck überprüft werden
  • Beim Putzen
    • Großpackungen kaufen oder Nachfülloptionen nutzen
    • Putzmittel selbst herstellen – z.B. aus Essigessenz und Wasser

Kleine Tipps zur Plastikverwertung

Leider lässt sich Plastik im Alltag nicht immer vermeiden. Sollte man doch Müll aus Kunststoffen haben, ist es hilfreich die nachfolgenden Tipps zu beherzigen:

  • Sich beim lokalen Müllverwerter informieren, wie getrennt werden soll und was wo hinein gehört. Häufig wird doch mehr genommen, als man zuvor vermutet hätte. Die Wiederverwertungsquote in Deutschland liegt leider immer noch nur bei 40%. Der Rest des Verpackungsmülls wird thermisch verwertet, sprich verbrannt.
  • Die Materialien der Verpackungen so gut wie möglich voneinander trennen. Das heißt, den Aludeckel komplett vom Joghurtbecher abziehen und den Plastikdeckel vom Tetrapack abdrehen und einzeln in den Müll geben. Außerdem dürfen auch Kronkorken in den Verpackungsmüll.
  • Die Packungen immer vollständig entleeren – wenn im Tetrapack noch erheblich Reste sind, kontaminieren diese eventuell den gesamten Müll und verhindern die Weiterverwendung der Rohstoffe. Daher mein Tipp: Tetrapacks immer an allen Ecken auseinander klappen und den letzten Rest auch noch nutzen.
  • Verpackungen brauchen nicht extra ausgespült zu werden, da es sich dabei um Energie- und Wasserverschwendung handelt. Ich für meinen Teil stelle den wenigen Plastikmüll, der bei uns anfällt, einfach in die Spüle und lasse Wasser drüber laufen, wenn ich meine Hände oder Geschirr kurz abwasche. Der Vorteil dabei ist, dass das Wasser doppelt genutzt wird und die Verpackung so auch länger im Mülleimer liegen kann, ohne zu stinken. Aufgrund des geringen Verpackungsmülls in unserem Haushalt, wird dieser nämlich nur einmal die Woche runter gebracht.
  • Den Müll lose sammeln und mit dem Eimer runter bringen – so fällt keine zusätzliche Mülltüte an.

Der Beitragsbildvektor wurde durch Freepik entwickelt

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