Ist meine Arbeit Ikigai?

Beim Hören des Podcasts „Resonanz – Der Podcast mit Herz + Verstand“ bin ich auf ein interessanten Gedanken gestoßen: Ikigai. Dies ist ein aus Japan stammendes Konzept nach dem wir herausfinden können, ob wir den Grund gefunden haben, wofür wir morgens aufstehen. Ikigai bezieht sich dabei auf das, womit wir die meiste Zeit unseres Lebens verbringen – der Arbeit. In diesem Artikel möchte ich reflektieren, ob mein Beruf für mich Ikigai ist.

Was ist Ikigai genau?

Quelle: Eigene Grafik

Der japanischen Philosophie zufolge hat ein jeder von uns seinen individuellen Grund für ein lebenswertes Leben – Ikigai genannt. Mit Ikigai sollst du herausfinden können, was dir wirklich wichtig ist, was dich in deinem Leben also erfüllt und glücklich macht.

Die vier Hauptelemente des Ikigai sind:

  1. Etwas, wofür du brennst, was du gerne tust
  2. Etwas, das die Welt/die Menschheit braucht
  3. Etwas, womit du Geld verdienen kannst
  4. Etwas, worin du Talent hast

Die Schnittmengen vereinen sich und bilden folgende übergeordnete Grundbedürfnisse:

Aus 1) und 2) ergibt sich deine persönliche „Mission“

Aus 2) und 3) ergibt sich deine „Berufung“

Aus 3) und 4) ergibt sich dein idealer „Beruf“

Aus 4) und 1) lässt sich deine große „Leidenschaft“ ablesen

Die Schnittmenge aller vier Bereiche ergibt wiederum das Ikigai.

Ist meine Arbeit mein Ikigai?

So wie ich das Konzept von Ikigai verstehe, muss die Arbeit nicht das Ikigai sein, doch halte ich es für sinnvoll, wenn sie es – zumindest zu einem großen Teil – ist. In der bereits erwähnten Podcastfolge ging es genau um die Frage, wie man den Beruf findet, der alle vier Bereiche erfüllt.

Daher nun ein paar Fragen an meine Arbeit als Berufsschullehrerin:

Mache ich die Arbeit mit Begeisterung?

Diese Frage kann ich, meistens, mit „Ja“ beantworten – wenn ich nicht gerade auf einer langweiligen und nervigen Konferenz hocke oder mich mit Eltern rumschlagen muss (was beides glücklicherweise eher selten vorkommt). Die Arbeit mit Jugendlichen ist natürlich auch anstrengend und nicht selten nervenaufreibend, aber sie macht mir persönlich und zurzeit sehr viel Spaß.

Braucht die Welt meine Arbeit?

Ich denke, nichts braucht man mehr, als Bildung. Bildung zu vermitteln ist meines Erachtens eine der wichtigsten Aufgaben, die wir als Menschheit haben. Und auch was ich unterrichte hat eine besondere Wichtigkeit,  da es die Jugendlichen einerseits direkt auf das Berufsleben vorbereitet und andererseits zu mündigen Bürger_innen macht, wenn es um politische und gesellschaftliche Themen geht. Außerdem unterstütze ich die jungen Erwachsenen auf Ihren Weg in ihr Erwachsenenleben.

Verdiene ich mit meiner Arbeit Geld?

Ja, als Lehrerin verdiene ich Geld. Bei einer Vollzeitstelle ist dies für jemanden wie mich – ohne Kinder und ohne große Konsumwünsche – sogar recht viel.

Bin ich darin talentiert?

Diese Frage zu beantworten ist immer schwer, da man sich selbst durch einen gefärbten Filter wahrnimmt. Trotzdem höre ich von außen öfter, dass ich sehr strukturiert und schnell Unterrichtsmaterial und Klausuren erstelle. Ich weiß, dass ich zudem viele Kenntnisse und Fähigkeiten mitbringe, denen es in meinem Berufsfeld bedarf. Natürlich gibt es immer noch Entwicklungspotenzial, aber ich denke ein gewisses Talent ist vorhanden.

Mein Fazit:

Ja, meine Arbeit ist für mich Ikigai – nicht immer und zu jeder Zeit, doch meistens. Ich hätte als Jugendliche nie gedacht, dass ich mal Lehrerin werden würde, aber es passt. Das heißt aber nicht, dass es nicht ein anderes Ikigai für mich geben könnte, oder dass jeder eine Arbeit finden sollte, die all diese Aspekte zu 100% erfüllt.  Wichtig finde ich, dass zumindest ein bisschen von allem darin zu finden ist – das Talent, das Geld, die Begeisterung und das Gebrauchtwerden. Mehr dazu an anderer Stelle.

Wie sieht es bei dir aus? Ist deine Arbeit Ikigai? Wenn nicht, woran hapert es und könntest du vielleicht etwas daran ändern? Schreib es mir doch gerne in die Kommentare.

 

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