Minimalistin um die Fallhöhe zu reduzieren

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Wenn andere Menschen „Minimalismus“ hören, denken sie häufig an Verzicht und fragen sich vermutlich auch, warum man freiwillig auf „so viel“ verzichtet. Haben Minimalist_innen wenig Geld oder sind sie gar geizig? Gründe minimalistisch zu leben gibt es sicher einige, einer davon ist, seine „Fallhöhe zu reduzieren“ – wie es Marco vom Podcast „Ein Minimalist erzählt“ nennt.

Was ist Fallhöhe?

Dabei ist mit Fallhöhe nicht eine echte Höhe gemeint, sondern der Lebensstil, an den man sich gewöhnt hat. Je mehr man ausgibt, desto mehr gewöhnt man sich daran, sich bestimmte Dinge leisten zu können. Hat man beispielsweise ein Auto, gewöhnt man sich mit der Zeit an die Bequemlichkeit, die es bietet. Mal eben einen Kasten Bier holen? Kein Problem, „man gönnt sich ja sonst nichts“…

Ein Beispiel

Mit Mitte Zwanzig hatte ich selbst ein kleines Auto. Es war zwar nicht auf meinen Namen zugelassen und versichert, aber meine Mutter hatte es mir zur Verfügung gestellt. Es war super, da ich damals die Fahrpraxis bekam, die ich benötigte um eine sichere Autofahrerin zu werden, aber es gewöhnte mich auch daran jederzeit mal eben irgendwo hin fahren zu können. Das Auto war ungemein bequem. Wie ihr euch denken könnt, habe ich den Kleinwagen nicht mehr. Das war aber kein bewusster Verzicht von meiner Seite, sondern ergab sich aus der Änderung meiner Lebensumstände und dem Wunsch meiner Mutter, das Auto zu verkaufen. Im Nachhinein bin ich froh darüber, denn ich vermute, es hätte mit der Zeit dazu geführt, dass ich mich so sehr daran gewöhnt hätte, dass ich nicht mehr oder nur noch schwer darauf hätte verzichten können. Und hier setzt der Gedanke des „Fallhöhe Reduzierens“ an: Nur so viel besitzen, dass beim Verlust von Einkommen der Fall nicht so tief ist. Hätte ich damals das Auto behalten, wäre es schwierig geworden neben dem Studium auch noch für Versicherung, Steuern und Benzin alleine aufkommen zu müssen. Die bewusste Entscheidung sich kein eigenes Auto zu kaufen, befreit ein zudem von diversen Pflichten, die ein solches Fahrzeug mit sich bringt. Ich muss es nicht zur Wartung bringen, nicht reparieren lassen, ich muss nicht für laufende Kosten aufkommen, kein Parkplatz finden usw. Ähnliches kann man auch auf die Wohnung oder das Haus anwenden. Braucht man wirklich Wohneigentum? Und wenn ja, wie groß sollte dieser sein? Mit Mitte Zwanzig bewohnte ich gemeinsam mit meinem damaligen Partner 80 Quadratmeter. Da wir aus einer 52 Quadratmeterwohnung kamen, erschien uns das damals wie purer Luxus – so viel Platz. Bis die vielen Freiräume auch mit Möbeln zugestellt wurden, in die wiederum neue Dinge kamen. Wenn ich im Nachhinein auf diese Zeit blicke, denke ich, wir haben weder den Platz, noch die Dinge gebraucht, die diesen dann irgendwann einnahmen. Aber wir hatten uns an den höheren Lebensstandard gewöhnt und gaben entsprechend mehr Geld aus.

Doch das Prinzip des „Fallhöhe Reduzierens“ meint nicht, dass ich jetzt immer noch in dieser ursprünglichen 52-Quadratmeter-Wohnung wohnen sollte, es heißt nur, dass man sich gut überlegt, was und wie viel man wirklich braucht. Könnte man auch mit nur 60 Prozent des aktuellen Gehalts auskommen? Was wäre, wenn man Krankengeld bekommen oder arbeitsunfähig werden würde? Könnte man seinen Lebensstil beibehalten? Wie sehr würde es wehtun auf ein Auto verzichten oder in eine kleinere Wohnung ziehen zu müssen? Und wäre es nicht vielleicht einfacher, wenn man sich gar nicht erst an die große Wohnung oder das Auto gewöhnt hätte?

Meine persönliche Fallhöhe

Meine persönliche Fallhöhe beinhaltet – zumindest zurzeit – kein Auto haben zu müssen und mich mit 64 Quadratmetern zu zweit zufrieden zu geben. Dafür ist es mir wichtig, genug Geld für gutes Essen zu haben, mir ab und an die Möglichkeit des Auswärtsessens und kleine Reisen zu gönnen. Demnächst wird sich mein Brutto-Lohn um ein Drittel kürzen, weil ich mich für das Ansparen eines Sabbaticals entschieden habe – die Fallhöhe wird vermutlich nicht groß sein.

Wie sieht deine persönliche Fallhöhe aus? Auf was magst du auf keinen Fall verzichten und was brauchst du eigentlich gar nicht? Schreib es mir gerne in die Kommentare.

 

 

Der Beitragsbildvektor wurde durch Freepik entwickelt

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