Simplify Your Life – Stufe 3: Zeit

Mit der dritten Simplify-Stufe wurde es für mich erstmals interessanter – auch wenn ich mit dem Selbstmanagement vergleichsweise wenige Probleme habe, konnte ich aus den Ansätzen schon viel Hilfreiches ziehen. Und so fanden sich auch im Buch von Küstenmacher ein paar interessante Aspekte.

Wir können nicht Zeit, sondern nur uns selbst besser managen

Dieser Ansatz ist der Kern einer jeden Selbstmanagementstrategie. Denn jeder Mensch hat nur 24 Stunden am Tag. Von daher müssen wir uns auf die Aktivitäten innerhalb dieser 24 Stunden konzentrieren. Küstenmacher erklärt es gelungen: „An einer Stelle eine Schneise schlagen, indem Sie überflüssige Aktivitäten entfernen und eine Ihrer vielen Tätigkeiten zur wichtigsten machen.“  Das Problem ist also nicht, dass wir zu wenig Zeit haben, sondern unsere Prioritäten falsch setzen. Für mich war es beispielweise im Referendariat unmöglich, mir Wochenenden frei zu nehmen. Nach dem Staatsexamen kam ich von der schlechten Gewohnheit ständig zu arbeiten kaum los, bis ich mich dafür entschied es zu meiner Priorität zu machen, an den Wochenenden zu entspannen.

Wir sollten uns von Perfektion verabschieden

Die Entscheidung für meine Wochenenden fiel mir nicht leicht, da in mir eine kleine Perfektionistin steckt. Doch der Gedanke „Wenn ich die Klausuren alle korrigiert habe kann ich endlich entspannen“, sorgte nur dafür, dass ich ständig arbeitete. Im Lehrberuf ragt das Arbeitsleben stark in die Freizeit hinein, da wir keinen eigenen Arbeitsplatz in der Schule haben. Für mich war es ein absolutes Schlüsselerlebnis mich dafür zu entscheiden, dass mein Unterricht nicht immer perfekt sein muss und sein kann, dass ich Klausuren nicht innerhalb von einer Woche zurückgeben muss und das auch überhaupt nicht schlimm ist.

„Eine Untersuchung der Universität von New Mexiko hat ergeben: Übertriebene Genauigkeit macht nicht nur krank, sondern richtet auch wirtschaftlichen Schaden an.“ (Simplify Your Life, S. 135)

Wir sollten dem Sofort-Prinzip folgen

Bei diesem Prinzip geht es darum, sich sofort darum zu kümmern ein Problem zu lösen, wenn man es sieht. Wobei dabei kein perfektionistischer Anspruch bestehen sollte. Ein Beispiel dafür ist ein Fleck direkt wegwischen, wenn man ihn sieht, ohne zu meinen, dass man nun gleich die gesamte Küche putzen müsste. Genaueres zu diesem Ansatz habe ich bereits in meinen Artikel „Sauberkeit halten“ und „Ordnung halten“ ausgeführt.

Die Informationsflut eindämmen

Dieser Ansatz ist in unserer jetzigen Zeit (also 14 Jahre später) noch aktueller denn je. Im Internet lässt sich zu jedem Thema unglaublich viel finden – von super seriösen und tollen Quellen bis zu totalem Non-Sense. In meiner Arbeit als Lehrerin bin ich immer wieder erstaunt, wenn mir Schüler_innen Sachen, die sie im Internet erfahren haben, als absolute Wahrheit präsentieren. Und ich bin auch der Meinung, dass unser Bildungssystem verschlafen hat, der Jugend von heute beizubringen, wie sie Quellen beurteilen. Doch dazu an anderer Stelle mehr.

Küstenmacher und Seiwert beziehen sich in der alten Ausgabe ihres Buches vorrangig auf Printmedien. So schlagen sie vor für Bücher ein eigenes Index-Verzeichnis zu erstellen oder mit Klebezetteln zu arbeiten. Dies ist übrigens meine Methode, um die relevanten Aspekte des Buches für diese Artikel hier zu markieren.

Außerdem sagen die Autoren, man solle keine Tageszeitung lesen. Ich würde das um die sogenannten „News“ im Internet erweitern, denn diese enthalten meist keine wirklichen Informationen und sind vorrangig darauf ausgelegt Klicks zu generieren. So wird dramatisiert, nicht ordentlich recherchiert und so erreichen uns oft unvollständige Informationen, die keine richtige Meinungsbildung ermöglichen und nur aufregen. Auch hier gilt das Prinzip der Prioritäten: Beschäftige dich mit dem, was dir wirklich wichtig ist und lies dann professionelle Artikel, Fachbücher oder schaue einen Dokumentarfilm.

Wir sollten Werbung reduzieren

Einen weiteren immer noch aktuellen Aspekt sprechen Küstenmacher und Seiwert mit der Reduzierung von Werbung an. Zwar sehe ich nicht mehr so viele Werbeplakate wie früher, doch das Internet ist voll mit Bannern und versteckter Produktplatzierung. In der Ausgabe von 2004 von „Simplify Your Life“ geht es vorrangig um Werbung auf Produkten und ihren Verpackungen. Und auch dies ist immer noch aktuell. So besitze ich keinen einzigen Stift, auf dem kein Markenname steht. Die Füller oder Kugelschreiber, die ich mir selbst gekauft habe, haben aber wenigstens eine sehr kleine, unscheinbare Beschriftung. Eine Lösung dieses Problems im Bereich Lebensmittel ist für mich der Unverpackt-Einkauf. Falls du eine entsprechende Möglichkeit hast, empfehle ich sie zu nutzen. Falls der Frechfuchs doch mal etwas Verpacktes mitbringt oder ich etwas nicht unverpackt bekommen habe, bemühe ich mich die Produkte immer direkt in ein Glas umzufüllen. Zum einen bleiben sie dadurch besser geschützt und zum anderen „schreien“ mich die Verpackungen nicht mehr mit ihren Werbebotschaften an. Außerdem nutze ich auf meinem Computer einen Ad-Blocker. Leider gibt es noch keine geeignete Lösung für Mobiltelefone, um Werbung zu verhindern. Ich hatte mal eine App installiert, doch diese hat das Surfen zu stark verlangsamt.

Wir sollten unsere E-Mails vereinfachen

Ich höre schon seit einiger Zeit den Selbstmanagement-Podcast von Thomas Mangold (https://www.selbst-management.biz/podcast-2/). Auch wenn mich nicht alles interessiert, habe ich doch einiges Interessantes herausziehen können. Unter anderem auch, wie man seine E-Mail-Bearbeitung vereinfacht. Und auch im Buch von Küstenmacher finden sich ähnliche Tipps. Ich habe hier für dich meine wichtigsten fünf Regeln für E-Mails zusammengefasst:

  1. Werbenachrichten abbestellen – auch Newsletter, da man diese so gut wie nie liest.
  2. Feste Zeiten zum E-Mails lesen am Tag festlegen.
  3. Die E-Mail direkt nach dem Lesen beantworten.
  4. Sich kurz und knapp halten, aber dafür auf die Formulierung, Rechtschreibung etc. genau schauen – hier hilft auch eine Prüfungsautomatik des E-Mail-Programms.
  5. E-Mail nach der Bearbeitung aus dem Eingang raus sortieren – ein super Gefühl ein leeres Postfach zu haben.

++++   UNBEZAHLTE WERBUNG, da Namensnennung  ++++

Der Beitragsbildvektor wurde durch Freepik entwickelt

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