Schritt 2 in der Praxis: Erinnerungen aussortieren

In diesem Artikel möchte ich dir meine persönlichen Tipps zu einem heiklen Thema geben: dem Aussortieren von Erinnerungen. Ich hoffe dich damit zu einem minimalistischeren Leben inspirieren zu können.

Woran will ich mich erinnern?

Beim Aussortieren wird man früher oder später über Dinge stolpern, die man als Erinnerung bezeichnet. Dies können alte Tagebücher, Fotoalben, aber auch große Möbelstücke sein, die man geerbt hat. Das Besondere an diesen Dingen ist aber immer, dass man etwas mit ihnen verbindet – die eigene Vergangenheit. Und so löst das Lesen des alten Tagebuchs einiges an Erinnerungen aus oder jedes Mal, wenn man den großen Schrank sieht, muss man an seine Oma denken. Solche Dinge weg zu geben oder gar wegzuwerfen, fällt vermutlich den wenigsten Menschen leicht. Trotzdem kann es sehr heilsam sein. Ich persönlich würde mich nicht als sentimental bezeichnen und Dinge haben mir noch nie besonders viel bedeutet. Trotzdem hatte ich Jahre lang Kisten mit Erinnerungsstücken, die sich weiter befüllten und bei jedem Umzug mit mussten. Nachdem ich mich aktiv entschieden hatte minimalistischer zu leben ging es diesen Kisten an den Kragen. Und ich muss ehrlich sagen, viele Dinge haben bei mir auch keine Erinnerungen mehr ausgelöst. Denn wenn ich mich nicht einmal mehr erinnern konnte, mit wem ich damals in der Schule die Zettelchen geschrieben hatte, dann musste ich diese auch nicht aufbewahren. Außerdem fanden sich in meinen Tagebüchern hauptsächlich Banales, Uninteressantes oder Negatives, an das ich mich daran gar nicht erinnern wollte. Und so entschied ich mich für folgende Strategie: Ich suche mir aus diesen Kisten die Dinge heraus, an die ich mich erinnern will.

Hat diese Erinnerung noch eine Bedeutung für meine Gegenwart oder Zukunft?

Nach dieser ersten Entrümpelungsentscheidung waren meine Erinnerungssachen um ein erhebliches Maß geschrumpft. Mit der Zeit konnte ich dann nochmal einen neuen Blick auf die Kiste werfen, da sich mein Leben nun stärker auf die Gegenwart und ein wenig auf die Planung der Zukunft konzentrierte. Und mir wurde klar: Ich brauche diese Dinge nicht und ich werde mir auch nicht die Zeit nehmen, sie nochmal anzusehen. So konnte ich das Ganze nochmal mit einem frischen Blick und der Frage: „Hat diese Erinnerung noch eine Bedeutung für meine Gegenwart oder Zukunft?“, stellen.

Ein großer Teil der Erinnerungsstücke, die blieben, erhielten danach einen besonderen Platz in meinem Zimmer. Nun sehe ich jeden Tag die Zeichnungen, die der Frechfuchs für mich im Laufe der Zeit angefertigt hat, und erfreue mich jedes Mal daran. Außerdem erhält er von mir jedes Jahr eine Collage mit Fotos, Tickets und anderen Dingen, die unsere gemeinsame Zeit symbolisieren. Fünf Stück sind es schon. Ich schätze meine positiven Erinnerungen auf diese Weise wert – und das ganz ohne staubige Kiste voller ungenutzter und ungesehener Sachen.

 

 

 

Der Beitragsbildvektor wurde durch Freepik entwickelt

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