Schritt 2 in der Praxis: Kleidung loslassen

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Hast du einen überfüllten Kleiderschrank und denkst trotzdem „ich habe nichts anzuziehen“? Damit dies nicht so bleibt gebe ich dir hier Tipps, wie du deinen Kleiderschrank so minimalisierst, dass du am Ende einen Schrank voller Lieblingsteile und daher immer was zum Anziehen hast. Viel Spaß dabei!

Richtig anfangen

Wenn du dich an das Ausmisten deines Kleiderschranks machen willst, empfehle ich dir zunächst alles raus zu räumen und in verschiedene Stapel zu sortieren: Lange und kurze Oberteile, lange und kurze Unterteile, Röcke, Kleider etc. Danach fängst du mit einem Stapel an. Jede Sache sollte nur einmal angefasst und direkt auf einen von drei Stapeln sortiert werden: behalten, loslassen und vielleicht. Manchmal macht es auch Sinn das Kleidungsstück anzuprobieren. Dabei sollte das Ganze jedoch nicht zu einer Anprobier-Party werden. Versuch doch während des Sortierens noch nachfolgende Tipps zu beherzigen.

Das kommt auf jeden Fall auf den Loslassen-Stapel:

  • Kleidung, die du nicht gerne trägst, weil sie beispielsweise zu kurz, zu eng, zu weit, unvorteilhaft, zu offenherzig, zu unbequem oder sonst was ist.
  • Kleidung von der du zu viel hast. Ich hatte beispielsweise sechs Blaser – obwohl ich keinen einzigen für meine Arbeit benötige. In solchen Fällen macht es Sinn seine Lieblingsteile auszuwählen und die anderen auf den Loslassen-Stapel zu legen.
  • Kleidung, die nicht passt. Sei doch mal ehrlich zu dir selbst: Wie wahrscheinlich ist es, dass du da irgendwann (wieder) rein passen wirst? Und willst du dich dann nicht lieber mit neuen, schönen Sachen belohnen? Ich hatte beispielsweise in meiner Ausbildungszeit sehr viel zugenommen. Erst als ich aus dem Ausbildungs-Stress heraus kam, fand ich zu dem Gewicht zurück, in dem ich mich wohlfühle. Und damals war es viel schöner mir neue, passende Kleidung zu gönnen als Hosen aus meiner Teenager-Zeit nochmal aufzutragen.
  • Kleidung die nicht zu deinem wahren Ich passt. Wir alle haben eine Vorstellung von uns selbst. Und nicht immer stimmt diese mit der Realität überein. Im Minimalismus bezeichnet man dies als „Fantasy Self“. Meine vielen Blaser weisen darauf hin, dass ich mal von mir selbst dachte eine Business Frau zu werden und dafür in „weiser Voraussicht“ diverse schicke Kleidung kaufen zu müssen. Ein Denkmuster, dass uns die Werbung erfolgreich vermittelt hat: Kaufe um jemand anders zu sein.
  • Kleidung für das vergangene Ich. Neben der Kleidung, die man für eine Person bzw. Persönlichkeit gekauft hat, die man gar nicht ist, besitzt man häufig Kleidung für jemanden, der man nicht mehr ist – sozusagen das „Past Self“. Bei mir sind das vor allen Dingen High Heels gewesen. Aber das „Past Self“ ist kein rein weibliches Phänomen, denn auch der Frechfuchs besitzt noch diverse Kurt Cobain T-Shirts aus seiner Teenager-Zeit.
  • Kleidung, die du eh nicht reparieren wirst. In unserer heutigen Zeit ist Kleidung zu einem Verbrauchsgegenstand geworden, das heißt sie wird absichtlich so produziert, dass sie nicht lange hält und schon gar nicht lange modisch ist. Denn nur so kann die Kleidungsindustrie die Konsumierenden dazu bringen immer wieder neues zu kaufen. Dieser Marketing-Trick sorgt aber auch dafür, dass in vielen Kleiderschränken kaputte oder ausgewaschene Kleidung rumliegt. Doch das muss nicht sein. Nutze den Moment des Ausmistens und verabschiede dich von der Billigkleidung. Behalte wirklich nur kaputte Sachen, die du in jedem Fall reparieren wirst und setzte dir dafür am besten eine zeitliche Grenze. Beispielsweise: „Wenn ich die Hose nicht innerhalb von zwei Wochen repariert habe, kommt sie weg.“ Natürlich muss nicht immer alles direkt im Müll oder Altkleidercontainer landen. Der Frechfuchs und ich haben beispielsweise unsere ausgeblichene schwarze Kleidung erfolgreich wieder aufgefrischt und schon diverse Hosen beim Schneider reparieren lassen.
  • Kleidung für super seltene Anlässe. Viele Frauen behalten ihr Hochzeitskleid nach dem großen Ereignis. Und so hängt ein großes Kleidungsstück in ihrem Schrank und nimmt Platz weg, ohne jemals wieder getragen zu werden. Denn sollte sie doch nochmal heiraten, dann wird dieses Kleid sicher nicht getragen werden. Also: Warum das Kleid nicht verkaufen und eine andere zukünftige Braut damit glücklich machen? Ich weiß, hier spreche ich ein heikles Thema an – das Aussortieren von Erinnerungen –, aber man kann diesen Gedanken auch auf andere Kleidungsstücke übertragen. Wie oft trägst du beispielsweise ein Ballkleid? Ich hatte in meinem bisherigen Leben genau zwei Anlässe dafür. Für meinen Abiball kaufte ich mir damals ein Kleid, das ich auch so im Sommer tragen konnte und auf dem zweiten Event ermöglichte mir meine damalige Arbeitgeberin das Leihen eines passenden Kleides. Von daher mein Tipp: Weg mit solchen Platzverschwendern!

Das machst du mit dem Behalten-Stapel:

Der Behalten-Stapel sollte nun möglichst nur noch gute, schöne und nützliche Kleidung enthalten – eben Dinge, die du wirklich nutzen möchtest. Bevor du die Sachen jedoch wieder einräumst empfehle ich dir den Schrank nochmal ordentlich durchzuwischen. Außerdem ist es sinnvoll die meiste Kleidung gefaltet in einer Schublade aufzubewahren. Dafür gibt es spezielle Falttechniken, die dafür sorgen, dass die Sachen in der Schublade stehen und man einen direkten Überblick hat, was sich alles im Schrank befindet. Ich nutze diese Methode schon seit geraumer Zeit und möchte es nicht mehr missen. Als ich noch meine Kleidung übereinander gelegt habe musste ich mich immer durch wühlen und danach alles wieder ordnen. Jetzt ziehe ich das gewünschte Kleidungsstück einfach nur noch heraus – perfekt.

Das machst du mit dem Vielleicht-Stapel:

Der Vielleicht-Stapel sollte der kleinste sein und nur Kleidung beinhalten, bei der du unsicher warst. Mein Tipp ist diese Sachen nun in einem Karton wegzuräumen – am besten an eine nicht so gut zu erreichende Stelle. Solltest du innerhalb der nächsten Wochen merken, dass du doch etwas benötigst, kannst du dir die Sache holen und den Karton wieder zurück stellen. Am besten setzt du dir jedoch ein Zeitlimit von zwei Wochen oder maximal einen Monat. Dinge, die innerhalb dieser Zeit nicht in den Kleiderschrank zurück gewandert sind, werden dann zu Loslassen-Kleidung. Dieser Tipp gilt natürlich nur für die Sachen, die Saison haben. Denn im Winter wirst du sicher nicht daran denken, dass du das Sommerkleid doch benötigst. Für die Kleidung aus der anderen Saison solltest du dir aber ebenfalls einen Termin setzen.

Das machst du mit dem Loslassen-Stapel:

Doch was passiert nun mit der Loslassen-Kleidung? Hierbei ist es meiner Erfahrung nach besonders wichtig die Sachen schnell aus dem Haus oder zumindest aus dem Blickfeld zu schaffen. Daher mein Tipp für die erste Kleiderschrank-Minimalisierung: Spende deine gesamte aussortierte Kleidung umgehend indem du sie zu einem fairen Altkleidercontainer in deiner Nähe bringst. Nur wenn du wertvolle Sachen dabei hast oder auf das Geld vom Verkauf der Sachen wirklich angewiesen bist empfehle ich dir diese online zu stellen oder bei einem Second Hand Laden in Kommission zu geben.

 

 

 

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