Schritt 1: Das Warum beantworten

Als ich mich auf den Weg machte minimalistischer zu leben, stellte ich fest, dass der Begriff und seine Auslegung umstritten sind.  Um es dir zu erleichtern dich vielleicht selbst für den Weg zum Minimalismus zu entscheiden, hier meine ganz persönlichen Tipps für den ersten Schritt.

Minimalismus – eine Begriffsdefinition

In Wikipedia wird Minimalismus mit Kunst, Literatur und Architektur in Verbindung gesetzt. Für den Lebensstil gibt es einen Artikel unter der Überschrift „einfaches Leben“. Die kürzeste Definition findet sich im Duden: „bewusste Beschränkung auf ein Minimum, auf das Nötigste“. Und damit ist meines Erachtens auch schon das Wichtigste gesagt. Denn es geht bei meiner Auslegung dieses Lebensstils darum, sich auf das Nötigste zu beschränken und vor allen Dingen nicht verschwenderisch zu sein. Dabei gibt es nur individuelle Definitionen, was unter „das Nötigste“ zu verstehen ist. Die Entscheidung, was man wirklich benötigt und was ein nur belastet, muss jeder für sich treffen.

Das Warum – die eigenen Motive finden

Um zu entscheiden, was für dich das „Nötigste“ ist, empfehle ich dir dich zunächst mit deinen eigenen Motiven auseinanderzusetzen. Bist du ein Messie oder ein Sammler? Fühlst du dich von deinen Dingen eingeengt? Oder bist du, so wie ich, immer schon jemand gewesen, der Dinge gerne losgelassen und dadurch eine innere Befreiung erfahren hat?

Ich persönlich habe gemerkt, dass mir das Aussortieren von Dingen gut tut. Als ich aus meiner ersten langjährigen Beziehung  kam, ging es mir unglaublich schlecht. Erwartungen und Hoffnungen waren enttäuscht worden. Ich hatte damals das Glück übergangsweise in die Wohnung einer lieben Freundin ziehen zu können. Und ich durfte dort Sachen aussortieren um Platz zu schaffen. Es hatte sich über die Jahre viel Zeug in der Wohnung angesammelt und für mich war das Ausräumen wie eine Therapie.

Natürlich ist es viel leichter anderer Leute Sachen weg zu geben, aber ich hatte damals mein Eigentum bereits stark verkleinert. Wirklich vermisst habe ich nichts von meinen aussortierten Dingen. Ich habe sogar den ein oder anderen persönlichen Besitz bei meinem Ex-Freund in der Wohnung vergessen. Ca. drei Jahre nach meinem Umzug fiel mir auf, dass ich bei ihm noch diverse Hörbücher auf dem gemeinsamen Server gelassen hatte. Als ich danach fragte, erfuhr ich, dass der Server und alle Daten mit ihm kaputt gegangen waren. Wir beide konnten glücklicher Weise darüber lachen, denn Dinge sollten meiner Meinung nach nie wichtiger sein als Menschen.

Und ich denke dieser Gedanke ist auch ein Kernstück des Minimalismus. Joshua und Ryan von „The Minimalists“ fassen dies in folgendem Satz zusammen: „Love people, use things. The opposite never works.“

Von daher kann ich jedem, der sich auf den Weg zu einem einfacheren, bewussteren, erfüllteren Leben machen will, empfehlen sich hinzusetzen und zu überlegen, was sie oder ihn antreibt und dies aufzuschreiben. Gerne können dafür auch Inspirationen eingeholt werden. Meine Liste von Motiven kannst du hier finden. Denke aber daran, dass es sich immer um eine persönliche Idee handeln sollte und die Liste sich bestimmt mit der Zeit erweitern wird. Denn je länger ich mich mit dem Minimalismus beschäftigt habe, desto mehr Vorteile entdeckte ich darin. Ich hoffe dir wird es auch so gehen und du fühlst dich inspiriert die Sache anzupacken und meine weiteren Schritte zum Minimalismus zu gehen.

 

 

 

Der Beitragsbildvektor wurde durch Freepik entwickelt

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